Dzevad Karahasan erhält Goethe-Medaille
Der in Österreich sehr bekannte bosnische Autor Dzevad Karahasan, der kasachische Theaterregisseur Bolat Atabayev sowie die litauische Literatur- und Theaterwissenschafterin Irena Veisaite werden mit der Goethe-Medaille 2012 geehrt. Die Auszeichnung soll am 28. August in Weimar überreicht werden.
Bolat Atabajev darf wegen eines Verbots seiner autoritär regierten Heimat jedoch wohl nicht zur Verleihung nach Weimar reisen, berichtete der Rundfunksender Radio Free Europe/Liberty (RFE/RL) am Mittwoch aus der kasachischen Stadt Almaty. Atabajev werde die Teilnahme an einem Ölarbeiterstreik im Dezember 2011 im Westen des rohstoffreichen Landes vorgeworfen. Damals waren bei Unruhen mehr als zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Justiz des zentralasiatischen Landes werfe Atabajev vor, die Menge aufgewiegelt zu haben. Nach Angaben des Senders darf der Regisseur des Deutschen Theaters Almaty die Stadt vorerst nicht verlassen.
Geehrt würden am Goethe-Geburtstag Persönlichkeiten aus Gesellschaften, die durch die Umwandlungen und Auflösung ihrer nationalstaatlichen Gefüge zutiefst geprägt wurden, teilte das Goethe-Institut in München mit. "Die drei Preisträger sind in Berührung gekommen mit Krieg, Repression, Verfolgung und Vertreibung", heißt es in der Begründung der Auswahlkommission. In ihrem kulturellen Schaffen treten sie für eine offene Aufarbeitung nationaler Traumata ein. Sie thematisierten auch gegenwärtige gesellschaftliche Schwierigkeiten, zeigten Zivilcourage und glaubten an die Macht des Wortes.
Der offizielle Orden der Bundesrepublik Deutschland wird seit 1955 jährlich an Menschen verliehen, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache und des internationalen Kulturaustausches verdient gemacht haben.















