Die Tonalität als zweite Muttersprache
Karl Haidmayers spätere Kompositionen sind Intensivierungen, keine Kontrastierungen seiner Jugendwerke. Das zeigte ein Porträtkonzert zu seinem 85. Geburtstag in der Musikschule Gratkorn.

Foto © JÜRGEN FUCHS
GRATKORN . Als pianistischer Interpret seiner Musik hatte er den übrigen Mitwirkenden Entscheidendes voraus: einen eigensinnigen, immer sprungbereiten Formsinn, der seiner stets tonalen Musik aus sieben Jahrzehnten die frischen, lebendigen und vielschichtigen Nuancen abgewonnen hat, die zum Sinn von Musik überhaupt gehören. Eine plötzliche Pause wird bei Haidmayer zum sprechenden Ereignis, ein mitgesummter Ragtime wird ausgespielt als delikater Tanz, fern eingedrillter Glätte. Haidmayers Perfektion ist von entschieden anderer, intensiverer Art.















