"Bisenz Schlussbledoje" im Stadtmuseum St. Pölten
Anlässlich seines (im Februar begangenen) 50. Geburtstags öffnet der in St. Pölten lebende Kabarettist und Maler Alexander Bisenz seine Archive, die von den Anfängen als auf dem Moped durch die Gegend tingelnder Zauberkünstler, Feuerschlucker und Bauchredner bis zum Kabarettstar reichen: Ab 12. Mai ist im Stadtmuseum St. Pölten die Jubiläumsausstellung "Bisenz Schlussbledoje" zu sehen.
Die Ausstellung ist bis 7. Oktober zu sehen und von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Bisenz, dessen Großvater Theaterdirektor und - früh verstorbener - Vater Schauspieler war, begeht 2012 sein 35-jähriges Bühnenjubiläum. Dieser Zeitraum findet auch in den Depots des Künstlers seinen Niederschlag: Laut einer Aussendung der Stadt wurden Hunderte Plakate aufgearbeitet und Tausende an Presseartikeln und Fotos gesichtet, die den Werdegang des St. Pöltners nachzeichnen. Dazu kommen Tonaufnahmen und Videos.
1986 trat Bisenz mit seiner ersten Show "Ewig junge Helden" an die Öffentlichkeit. Es folgten "Auszuckt", mit dem er 1990 auf seine erste große Österreich-Tournee ging, "Gnadenlos" und "Nix is Nix". Von Beginn an war sein Alter Ego Alfred Wurbala als kultige Kunstfigur fixer Bestandteil der Programme.
"Wir haben bis zu 230 Shows pro Jahr gespielt, dazu kamen noch unzählige PR-Termine - wir haben den Rock'n Roll gehabt! Aber man muss auch sagen, dass viele meiner Freunde aus der frühen Zeit meiner Karriere nicht mehr sind. So bin ich ganz froh, dass der große Hype vorbei ist", blickt Bisenz in einem Interview mit Museumsleiter Thomas Pulle auf diese Zeit zurück. Nach "Rawuzi-Kapuzi" (1998) legte er eine Pause vom Kabarett ein und widmete sich intensiv der Malerei, brachte es zu zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland und betreibt ein eigenes Atelier in St. Pölten. Im Jahr 2001 wurde ihm der Jakob-Prandtauer-Preis für Wissenschaft und Kunst der Stadt St. Pölten verliehen.
Für die Zukunft sieht Bisenz, der sich jüngst dem Möbeldesign verschrieben hat, einige Optionen: "Schreiben, spielen, sogar Theater oder Film wären interessant. Ich bin für alles offen, wenn das Buch und die Leute dahinter stimmen. Mit 50 hat man keine Profilierungsneurosen mehr. Ich könnte mir auch vorstellen, junge Talente zu produzieren."
bis 7. Oktober
Ich habe viel Erfahrung, die ich weitergeben könnte. Junge Künstler müssen hungrig sein, sie müssen von ihrer Kunst leben müssen, sonst werden sie nicht gut genug. Ich habe mit 25 schon extrem viel Routine gehabt, weil ich seit meinen Anfängen als Zauberer damals schon zehn Jahre im Showgeschäft war. Aber die wahren Zauberer sitzen ja heute im EU-Parlament. Die können in kürzester Zeit mehr Geld verschwinden lassen als David Copperfield in seiner ganzen Karriere."















