Glückwünsche an einen Erneuerer der Sprache
Florjan Lipus feiert am Freitag den 75. Geburtstag.

Foto © LipusSchriftsteller & Mahner: Florjan Lipus
"Nichts ist lächerlicher als Auftritte zittriger Greise, die sich für unentbehrlich halten," begründete Florjan Lipus vor fünf Jahren in einem Interview seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Seine scharfe Beurteilung von Land und Leuten wandte er auch auf Schriftstellertreffen an: "Schauplätze für Wichtigtuer".
Zur 2007 auf Ende September verschobenen Matinee zu seinem 70. Geburtstag kam der zurückgezogen lebende Florjan Lipus dann doch nach Klagenfurt, ins Musil-Institut. Ein paar Monate später konnte der Wieser-Verlag das Gesamtwerk des konsequent Slowenisch schreibenden Autors aus Lobnig/Lobnik bei Eisenkappel in deutscher Sprache vorlegen - als Kassette mit zehn Bänden. Weltliteratur aus einem Kärntner Graben. Vom Internatsroman "Der Zögling Tja", der ihn Anfang der 1980er schlagartig bekannt machte, bis zur "Regenprozession".
Das Schreiben hat der Meister des ironischen Sprachspieles und der (regionalen) Groteske eingestellt. "Literarisch ist alles gesagt und ausgeschöpft", meinte der Petrarca- und Preeren-Preisträger, ohne den es wohl keine slowenische Literatur in Kärnten mehr gäbe. Gleichwohl war Lipus der Überzeugung, dass sein Schreiben nur bei ihm selbst etwas bewirkt habe: "Es hat mir geholfen, ein Mensch zu bleiben und kein Popanz zu werden".
Am Freitag ist Florjan Lipus 75 Jahre alt. Wir gratulieren, estitamo!














