Konstantin Wecker: Wut und Zärtlichkeit
Der Titel der aktuellen Tournee von Konstantin Wecker ist Programm: Lebensprogramm. Notizen eines berührenden Abends im Stephaniensaal.
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Man kennt jede Geste, jede Regung, jede Bewegung, jeden Tonfall. Das Schelmische, das Trotzige, das Liebende, das Leidende. Das wütende Sichreiben an der Welt, das zärtliche Sichreiben an der prallen Weiblichkeit. Was Konstantin Wecker nach all den Jahren, Jahrzehnten des musikalischen Begleitens sagt, überrascht nicht mehr. Aber wie Konstantin Wecker nach all den Jahren, Jahrzehnten des musikalischen Begleitens seine dampfende Wut ventiliert und die nicht minder dampfende Zärtlichkeit artikuliert, das rührt, be-rührt im besten Wortsinn noch immer.
Diesfalls Donnerstagsabend im ausverkauften Grazer Stephaniensaal. Begleitet von den beseelten und hoch motivierten Mitmusikern Jo Barnikel, Jens Fischer und Nils Tuxen dampfte der bald 65-Jährige wunderbar uferlos und doch nie ausufernd durch neue Lieder ("Absurdistan", "Die Kanzlerin", "Empört euch"), hüllte alte Hymnen ("Frieden im Land", "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist") in ein neues Gewand, schaute bei Vertonungen von Brecht, Kästner und Rilke vorbei und stieg bei den Zugaben hinab in sein geliebtes Grazer Publikum, um inmitten von diesem das Ende einer glanzvollen Nacht zu feiern.
Wut und Zärtlichkeit, an diesen beiden Polen kulminiert die Philosophie des zornigen Poeten, der zeitlebens Rückgrat bewiesen hat. Manche mögen das als naiv und ideologisch unbeholfen empfinden. All jenen Menschen begegnen wir: mit Wut. Und Zärtlichkeit.
















