Ai Weiwei hofft auf demokratischen Wandel in China
Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist zuversichtlich, dass es zu einem demokratischen Wandel in China kommen wird. In einem Essay für die Tageszeitung "Die Welt" berichtete Ai Weiwei über seine Inhaftierung vor fast einem Jahr und das Vorgehen der Behörden. Er sagte außerdem, dass er erst nach seiner Freilassung von den weltweiten Reaktionen erfuhr.
"Obwohl ich weder körperlich misshandelt noch geschlagen wurde, waren die Qualen für meine Seele und mein Bewusstsein eine unmenschliche Form von Folter", schilderte Ai Weiwei die zeit seiner Haft.
Die weltweiten Reaktionen hätte er so "nie für möglich gehalten." Besonders hob der Künstler das Engagement in Deutschland hervor. Er hoffe, "dass Deutschland zu diesem wichtigen Zeitpunkt des sozialen Wandels an seiner Haltung festhält". Über seine eigene Zukunft sagte er, er sei "weder dazu bereit noch darauf vorbereitet, China zu verlassen". Doch sei es denkbar, dass "durch Zwang eine veränderte, unmögliche Lage" entstehe.
Nach Ansicht der deutschen Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, sollte die chinesische Führung im Umgang mit Kritikern und Künstlern mehr Toleranz zeigen. Bei einem Besuch zum Abschluss der deutschen Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking sagte Pieper am Dienstag: "Wir hätten uns gewünscht, dass sich die chinesische Regierung mehr öffnet und auch kritischen Künstlern mehr Freiheit gewährt."
So wäre es "ein Zeichen", wenn die Beschränkungen für den berühmten chinesischen Künstler Ai Weiwei aufgehoben würden, sagte Pieper. Seine zweimonatige Inhaftierung vor einem Jahr hatte den Beginn der Ausstellung überschattet. "Der Wert der Freiheit in Kunst und Kultur kommt hier nicht zum Tragen und wird nicht anerkannt, weil er nicht zu dieser Regierung und diesem System gehört."
Die Ausstellung, die am 31. März schließt, wurde in Deutschland kontrovers diskutiert. Es war ein gemeinsames Projekt der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München mit dem chinesischen Nationalmuseum.














