Die Suche als großer Irrweg
Eigenwillige Filmkost: Alexander Sokurows "Faust"
Im internationalen Kino gilt der russische Regisseur Alexander Sokurow als verlässliche Größe mit einer eigenwilligen Handschrift. Hierzulande sind seine Arbeiten (abgesehen von "Russian Ark") kaum bekannt, da seine Filme selten einen Verleih finden und höchstens in Programmkinos gezeigt werden.
Für die in Venedig im Vorjahr mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete, sehr freie Adaption von Johann Wolfgang von Goethes "Faust" und Thomas Manns "Doktor Faustus" ergab sich nun eine neue Konstellation. Der Film wurde bei der Viennale gezeigt, der "Polyfilm"-Verleih nahm ihn in sein Programm.
Zu Beginn dringt die Kamera in das Innere eines Hauses und zeigt zwei Männer: Faust (Johannes Zeiler) und seinen Gehilfen Wagner (Georg Friedrich) beim groben Sezieren einer Leiche und dem großen Rätselraten: "Wo könnte die Seele sein?"
Faust ist zwar auf der Suche nach den Geheimnissen der Welt, aber letztlich ohne Illusionen. Am Pakt mit dem Teufel, der als Wucherzinsen verlangender Pfandleiher (Anton Adassinsky) auftritt, stört ihn nicht der Inhalt, sondern die Menge der Rechtschreibfehler.
Der in Deutsch gedrehte Film mit vielen optischen Besonderheiten steht in einer Reihe von Sokurow-Werken über Macht und Machtmissbrauch am Beispiel Hitlers ("Moloch"), Lenins ("Taurus") und Hirohitos ("The Sun"). REINHOLD REITERER HHHII















