"Les contes d'Hoffmann": Musikalische Zuckerwatte

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Zuckermasse lässt sich auch auf dreieinhalb Stunden auswalzen: So lange dauerte die vom Theater an der Wien gewählte Fassung von Jacques Offenbachs "Les contes d'Hoffmann" unter der Regie des Filmstars William Friedkin ("Der Exorzist"). Zuckerschock, wenn man den matten Applaus des Publikums betrachtet, der gerade noch lange genug dauerte, dass auch der Regisseur auf die Bühne kommen konnte.
Ein solides, aber nicht herausragendes Ensemble und eine schaumgebremste Interpretation der Symphoniker unter Riccardo Frizza hatten sich zuvor einer zumindest stellenweise ambitionierten Regie beigesellt.
Für seine Interpretation des 1881 entstandenen Offenbach-Werks hatte sich Friedkin Cirque-du-Soleil-Bühnenbildner Michael Curry an die Seite geholt. Die beiden stellten ein buntes Spektakel verschiedenster Ideen auf die Bühne, dabei den fünf, in verschiedene Geschichten zerfallenden Akten folgend. Im zweiten Akt zitieren sie Fritz Langs "Metropolis" bei der Erschaffung der lebensechten Puppe Olympia (Mari Eriksmoen), im vierten treiben sie Hoffmann (Kurt Streit) in einen Shaolinkampf mit Schlemil (Martijn Cornet) oder legen Antonia (Juanita Lascarro) im dritten Akt ein Skelett ins Bett.
Durchaus charmant war etwa die Idee, Hoffmanns Erzählung über den Zwerg Kleinzack mit einem Marionettenspieler illustrieren zu lassen. Allerdings blieb der Variantenreichtum der Puppe doch arg begrenzt - oder doch der des Spielers? Immerhin hatte letzterer bei der im 4. Akt folgenden, keinen Zweifel offenlassenden Orgie einen überzeugenderen Körpereinsatz.
Dabei gelingen dem Duo Friedkin/Curry stellenweise prägnante Bilder, wenn sie auf digitale Projektionen setzen. Mit der immer länger werdenden Zeit stellte sich allerdings quietschbunte Langeweile ein.














