Berlin spielt Revolutionsoper im Heizwerk

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Großes Kino im Heizwerk: Mit Luigi Nonos Revolutionsoper "Al gran sole carico de amore" hat die Berliner Staatsoper den Geist des Sozialismus noch einmal durch einen stillgelegten Industriebau in Berlin-Mitte wehen lassen. Rund 200 Orchestermusiker, Sänger und Solisten spielten am Donnerstagabend die vor knapp 40 Jahren uraufgeführte Ode des Italieners Luigi Nono (1924-1990) an den Kommunismus.
Für das nach Angaben von Intendant Jürgen Flimm wichtigste Projekt dieser Spielzeit hat die Staatsoper für fünf Aufführungen ein ehemaliges Heizkraftwerk in Berlin-Mitte, nur wenige Meter von der einstigen Mauer entfernt, in eine Opernbühne umgebaut.
Die Inszenierung der Britin Katie Mitchell ist nicht neu. Flimm hatte das Werk als Intendant der Salzburger Festspiele vor drei Jahren von Mitchell in der Felsenreitschule produzieren lassen.
Solisten und Chor treten wie in einem Oratorium weitgehend auf dem Fleck, im Hintergrund wird mit Textfragmenten das Leben von fünf sozialistischen Heldinnen nachgespielt - von der Pariser Kommunardin Luise Michel bis zu Tania Bunke, der deutschen Gefährtin des Guerilla-Kämpfers Ernesto "Che" Guevara. Das Leben der Frauen, ihre Vorbereitung auf den Kampf für den Sozialismus, werden aus fünf Räumen live auf eine Riesenleinwand projiziert. Zitate von Marx bis Brecht werden von den Solisten gesungen und in den Saal gerufen.
Der Dirigent Ingo Metzmacher, der auch das Stück in Salzburg geleitet hatte, steht an der Spitze des gewaltigen Ensembles. Die teils ohrenbetäubenden Klänge Nonos füllen die riesige Maschinenhalle, in der auf einer Tribüne knapp 1.000 Zuschauer Platz genommen hatten, darunter auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Sie spendeten zum Schluss freundlichen Applaus.














