Gedenken an den Mann in Schwarz
Johnny Cash wäre heute 80 Jahre alt.
I ch liebe Songs über Pferde, Zugstrecken, den Jüngsten Tag, die Familie, harte Zeiten, Whisky, Flirten, Heiraten, Scheidungen, Morde, Kriege, Gefängnis, Rettung, Tod, Stolz, Humor, Respekt, Rebellion, Patriotismus, Diebstahl, Entschlossenheit, Tragödien, Rauflust, Herzensbrecherei und Liebe. Und über Mütter. Und Gott.
Ja, so einfach war die Welt von Johnny Cash, die er für seine Fans allzu früh verließ, aber nicht unschuldig: Sheriff Ralph Jones ist es vielleicht zu danken, dass Cash immerhin 71 wurde. Der Gesetzeshüter aus Georgia war es, der dem für seinen Lebenswandel berüchtigten Country-Sänger 1967 bei der Entlassung aus dem Gefängnis dessen Drogen zurückgegeben hatte. "Das ist doch nicht legal!", hatte Cash sich gewundert, Jones bloß geantwortet: "Es ist illegal. Aber machen Sie mit Ihrem Leben, was Sie wollen!"
Ein Jahr später heiratete Cash die Frau, der ebenso zu danken war, dass der Mann in Schwarz seine Konsumgewohnheiten überdachte: June Carter. Ebenfalls eine Country-Institution und Mutter von sieben Kindern. Sie war ihrem Johnny 2003 im 74. Lebensjahr vorausgegangen und wurde 2006 von Reese Witherspoon in der Kinobiographie "Walk The Line" dargestellt, die an der Seite von River Phoenix als Cash dafür den Golden Globe erhielt.
"The Man In Black", das war der 1932 in Arkansas geborene John R. Cash schon sehr bald, nachdem er 1955 die Single "Cry Cry Cry"/"Hey Porter" herausgebracht hatte. Rund 300 Auftritte pro Jahr absolvierte der Star alsbald, was den Griff zu Alkohol und Pillen forcierte. Bis zu 100 (!) kleine Helfer warf Cash eigenen Aussagen zufolge täglich ein. Aber selbst unter diesen Umständen blieb er erfolgreich und nahm 1963 seinen allergrößten Hit auf: "Ring Of Fire".
500 Songs, 13 Grammys und bis heute 53 Millionen Alben sollten die Karriere-Eckzahlen eines Außergewöhnlichen sein, dessen Fangemeinde ökumenisch vom Countryromantiker bis zum Schwermetaller, vom Folknik bis zum HipHopper reicht. "Wir sind alle Weicheier im Vergleich zu Johnny Cash", schrieb U2-Stimme Bono im Nachruf auf den 2003 verstorbenen Giganten, und Bob Dylan ergänzte: "Er steht meilenweit über allen." WALTER TITZ, MICHAEL TSCHIDA















