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    Zuletzt aktualisiert: 26.02.2012 um 22:55 UhrKommentare

    Hollywood feiert Filmgeschichte - und sich selbst

    Die Favoriten "Hugo Cabret", "The Artist" und weitere oscarnominierte Filme reisen in die Vergangenheit. Die Verleihung der begehrtesten Filmpreise der Welt findet in der Nacht auf Montag (ab 02:30 Uhr, ORF eins und im kleine.at-Live-Ticker) im ehemaligen Kodak Theatre in Los Angeles statt, es moderiert Billy Crystal.

    Welche beiden Schauspieler dürfen am Sonntag die begehrten Preise für den "Besten Hauptdarsteller" und die "Beste Hauptdarstellerin" entgegen nehmen?

    Foto © APWelche beiden Schauspieler dürfen am Sonntag die begehrten Preise für den "Besten Hauptdarsteller" und die "Beste Hauptdarstellerin" entgegen nehmen?

    Wenn in der Nacht von Sonntag auf Montag in Los Angeles zum 84. Mal die Oscars verliehen werden, feiert Hollywood mit modernen Mitteln die Vergangenheit des Kinos. Martin Scorseses topnominierte Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" erzählt in 3D die Geschichte von George Melies und den Anfängen des Films, Michel Hazanavicius lässt mit "The Artist" in gestochen scharfen Schwarz-Weiß-Bildern die Stummfilmära der Traumfabrik aufleben. Auch Woody Allen begibt sich mit "Midnight in Paris" auf Zeitreise, und Steven Spielbergs "Gefährten" darf man durchaus als Hommage an den großen Westernregisseur John Ford lesen. Wenn dann auch noch Marilyn Monroe auftaucht und Billy Crystal als Moderator auf der Bühne steht, ergibt sich Hollywood ohne Gegenwehr dem selbstverliebten Bann seiner eigenen Geschichte.

    Liebeserklärung an Hollywood

    Als Verneigung vor dem Kino hat Scorsese demgemäß sein elffach nominiertes Drama "Hugo Cabret" gedreht, und als Liebeserklärung an Hollywood hat Hazanavicius seinen zehnfach nominierten Überraschungserfolg "The Artist" tituliert. In beiden Filmen wird der Fantasie gehuldigt, der Liebe zum Detail, dem Kino als mächtiger Attraktions- und Emotionsmaschine. Und man ist in beiden Fällen fast geneigt, dieser wunderbaren Illusion zu erliegen und mühsame Debatten über illegale Downloadplattformen oder Urheberrechte einfach zu vergessen. Hier wird das Kino als eine Institution gewürdigt, die genau diese Sorgen des Branchenalltags zu verdrängen weiß. Und gerade mit der Frage nach der eigenen Zukunft im Nacken flüchtet die Traumfabrik wohl am allerliebsten in die glorreiche Vergangenheit.

    Das berührende Drama "Hugo Cabret" und die Stummfilm-Hommage "The Artist" sind sowohl in der Königskategorie "Bester Film" als auch u.a. für die beste Regie, die beste Ausstattung und die beste Kamera nominiert - und werden sich die meisten Kategorien wohl untereinander ausmachen. Etwas abgeschlagen mit je sechs Nominierungen liegen Steven Spielbergs Weltkriegs-Familienfilm "Gefährten" ("War Horse") und das Sportdrama "Moneyball" mit Brad Pitt als Baseballtrainer, einer der wenigen Filme mit einem zeitgenössischen Thema. Der kommerziell erfolgreichste aller nominierten Filme, das Sozialdrama "The Help", widmet sich etwa der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre. Und Terrence Malicks Cannes-Gewinner "The Tree of Life" wirkt ohnehin wie ein Monolith aus einer ganz anderen Zeit.

    Blickt man schließlich zu den Schauspielern, denen die besten Chancen auf einen Academy Award zugesprochen werden, tauchen mit Meryl Streep als Margret Thatcher in "The Iron Lady" oder Christopher Plummer in "Beginners" ebenfalls altgediente Stars auf. Gegen Streep dürfen gerade mal Marilyn Monroe in der Verkörperung von Michelle Williams und Glenn Close als "Albert Nobbs" antreten. Bei den Nebendarstellerinnen könnte "The Help" dank Octavia Spencer oder Jessica Chastain reüssieren; und Plummers größter Konkurrent um die Ehre des ältesten Oscar-Preisträgers ist Max von Sydow, der in "Extrem laut und unglaublich nah" ebenfalls in seiner Nebenrolle brillierte und sich im gleichen Alter wie sein "Herausforderer" befindet. Bei den Hauptdarstellern ist der "Artist" Jean Dujardin indes wohl gesetzt.

    Wim Wenders mit Oscar-Chancen

    Einer der seit langem etablierten Altmeister hat auch bei den Dokumentarfilmen gute Chancen auf eine Auszeichnung. Wim Wenders' Hommage an die verstorbene Tänzerin Pina Bausch, die 3D-Doku "Pina", könnte einen Oscar nach Deutschland holen. Möglich wäre aber auch eine Auszeichnung mit Österreich-Bezug für den von der Wiener Sabotage Films koproduzierten Film "Hell and Back Again". Diese Auszeichnung wäre aber wohl eine Überraschung - und für solche scheint es 2012 im ehemaligen Kodak-Theatre nicht sonderlich viel Raum zu geben. Der glamouröse Festsaal steht dabei gleichsam für die Umbrüche in der Industrie: Film wird kaum mehr auf analogem Material hergestellt, die Firma Eastman Kodak hat den digitalen Siegeszug verschlafen. Mit dem Konkurs des Sponsors ist nun auch das Theater namenlos - kein Wunder, dass man in diesen Monaten lieber die Vergangenheit beschwört.


    Ewige "Hitliste" der Nominierungen

    Weder "Hugo Cabret" (elf Nominierungen) noch "The Artist" (zehn Nennungen) haben sich in die ewige Bestenliste der Oscar-Nominierungen einschreiben können. Die Rekordzahl von 14 Nominierungen erreichten "All About Eve" (1950) mit Bette Davis sowie "Titanic" (1997) von Regisseur James Cameron.

    Die Anzahl der Nominierungen ist jedoch kein echter Indikator für die Anzahl der Trophäen: 2011 heimste der zwölffach nominierte Film "The King's Speech" von Tom Hooper "nur" vier Auszeichnungen ein, 2004 dagegen setzte "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" sämtliche elf Nominierungen in Oscar-Würden um und egalisierte damit den Rekord von "Ben Hur" und "Titanic".

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