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    Zuletzt aktualisiert: 23.02.2012 um 20:36 UhrKommentare

    Dobernig: "Die Kultur würde ich nie abgeben"

    Landeskulturreferent Harald Dobernig im Interview über die nächste Kärntner Landesausstellung, freundliche Gespräche mit Literaten und seinen Traum von einem 140 Millionen Euro teuren Kulturzentrum.

    Kulturreferent Dobernig: "Wir sind auch mit den Herren Josef Winkler und Egyd Gstättner im Gespräch"

    Foto © Traussnig/KLZKulturreferent Dobernig: "Wir sind auch mit den Herren Josef Winkler und Egyd Gstättner im Gespräch"

    Bei einer Umfrage der "Kleinen Zeitung" hat sich Intendant Josef Ernst Köpplinger gewünscht, dass Sie "ab und zu" sein Theater beehren. Wann waren Sie das letzte Mal im Stadttheater?

    HARALD DOBERNIG: Das war 2011. Das nächste Mal werde ich am 3. März ins Stadttheater gehen und mir "Die 39 Stufen" anschauen.

    In der aktuellen Saison haben Sie es also noch nicht geschafft?

    DOBERNIG: Nein. Im Grunde sehe ich es schon als meine Aufgabe als Kulturreferent, dass ich ab und zu im Stadttheater bin. Letztlich glaube ich aber, dass man wissen muss, was dort geboten wird und die Rahmenbedingungen schafft. Im Theaterausschuss wird mir jedenfalls vermittelt, dass Intendantensuche und Bestellung der neuen Verwaltungsdirektorin vorbildlich waren.

    Werden Sie bei der nächsten Eröffnung des Carinthischen Sommers anwesend sein?

    DOBERNIG: Nein. Und dazu stehe ich auch. Ich werde mir schon etwas anschauen, aber so lange der Herr Intendant seinen Kommunikationsstil pflegt, werde ich der Eröffnung fern bleiben.

    Wäre Ihre Anwesenheit nicht protokollarische Pflicht, wenn sogar der Bundespräsident kommt?

    DOBERNIG: Wenn es protokollarische Pflicht wäre, müsste ich dort sein. Aber es ist ja der Landeshauptmann dabei.

    Was werfen Sie Thomas Daniel Schlee eigentlich vor?

    DOBERNIG: Von Gesicht zu Gesicht ist er sehr freundlich, sobald er sich umdreht, wird die Freundlichkeit beiseite gelegt. Ich bin nicht sein Fußabstreifer, das habe ich dem Verein auch mitgeteilt.

    Herr Schlee wirft Ihnen unter anderem vor, dass der Subventionsvertrag für das Festival viel zu spät schriftlich vorlag, eine Kritik, die man auch von anderen Kulturinitiativen hört.

    DOBERNIG: Der Herr Schlee hat im August 2011 den Dreijahresvertrag mit mir ausverhandelt, mit dem Wunsch, dass die Kürzung von 20 Prozent nicht in voller Höhe vorgenommen wird. Darum haben wir gesagt, er soll vorschlagen, wie er sich leichter tut. Wir haben uns auf 474.000 Euro für heuer geeinigt und dann auf zwei Mal 424.000 Euro. Dann hat auch er darauf bestanden, dass zuerst der Mietvertrag ausverhandelt wird. Das ist auf seinen Wunsch hin passiert. Ich hätte den Vertrag im September 2011 genauso beschließen können.

    Bei besagten Dreijahresverträgen müssen die Kulturvereine akzeptieren, dass sie ihre Förderungen verlieren können, wenn sie das Ansehen des Landes schädigen. Würden Sie einen solchen Passus auch im Kärntner Parteiförderungsgesetz unterstützen?

    DOBERNIG: Absolut.

    Wie kann man das Ansehen Kärntens eigentlich schädigen?

    DOBERNIG: Wenn man das Bundesland bewusst in Misskredit bringt, etwa wenn man es so darstellt, dass eine Ratingagentur hellhörig wird. Aber die Aufregung rund um den Passus ist ja ein künstliches Problem, den gibt es bereits seit neun Jahren und es hat sich noch keine Kulturinitiative deswegen aufgeregt. Weil sie offenbar unter einer gewissen Leseschwäche leiden, was man ja mir gerne vorwirft.

    Apropos. Wie gefällt Ihnen Maja Haderlaps preisgekröntes Buch "Engel des Vergessens"?

    DOBERNIG: Das Buch habe ich dankenswerter Weise vom Landeshauptmann bekommen. Mit Maja Haderlap habe ich ein ausführliches Gespräch geführt, weil es da ja auch gewisse Parallelen gibt, ich komme ja auch aus einem bäuerlichen Umfeld.

    Also hat es Ihnen gefallen?

    DOBERNIG: Natürlich, sonst hätte ich mich nicht als Kulturreferent für die Verleihung des "Großen Goldenen Ehrenzeichens" ausgesprochen. Meine erste Kulturpreisverleihung war übrigens auch ein schönes, emotionales Erlebnis mit Janko Messner.

    Hat er das Geld, das er damals wegen des Ortstafelkonfliktes ruhend gestellt hat, jemals abgeholt?

    DOBERNIG: Nein.

    Was passiert damit?

    DOBERNIG: Das wird seit 2008 weitergeschoben. Die Erben könnten das Geld beanspruchen.

    Von den Kulturausgaben des Bundes gehen nur 2,1 Prozent nach Kärnten, das ist nach dem Burgenland der zweitschlechteste Wert. Gibt es Bestrebungen, mehr Geld aus Wien zu holen?

    DOBERNIG: Wir sind einmal zu Ministerin Claudia Schmied gereist. Sie hat uns gesagt, dass sie 200.000 Euro frei verfügbare Mittel hat, alles andere ist vertraglich verplant und wir sind bis auf 20.000 Euro, die wir zusätzlich bekommen haben, praktisch unverrichteter Dinge wieder heimgereist. Der Druck des Sparens wird auch den kulturellen Bereich noch weiter treffen.

    Der Carinthische Sommer hat ein Minus von 16 Prozent hinnehmen müssen, das Kulturbudget ist von 2009 auf 2010 von 36 Millionen auf 30 Millionen gesunken. Worauf müssen sich die Kärntner Kulturinitiativen einstellen?

    DOBERNIG: Die notwendigen Kürzungen haben wir gemacht. Keiner wird mehr massiv beschnitten werden. Im Grund können wir jetzt auf stabilem Niveau Schwerpunkte setzen, etwa in den Bereichen Literatur und Filmförderung.

    Wie kann das im Bereich Literatur ausschauen?

    DOBERNIG: Da haben wir den Jonke-Preis geschaffen, außerdem bezahlen wir mit der Universität eine halbe Planstelle für das Musilinstitut. Wir sind auch mit den Herrn Josef Winkler und Egyd Gstättner im Gespräch . . .

    Tatsächlich?

    DOBERBNIG: Herr Winkler ist einmal lange bei mir gesessen und wir haben uns gut verstanden und Herrn Gstättner habe ich in seinem Büro besucht und wir haben uns gut unterhalten.

    Wegen Vorlass-Ankäufen?

    DOBERNIG: Nein.

    Ist das kein Thema? Schmerzt es Sie nicht, dass Niederösterreich Ihnen den Vorlass von Peter Turrini weggeschnappt hat?

    DOBERNIG: Natürlich, wenn man in der Heimatgemeinde so einen Künstler hat, dann hat man einen anderen Zugang. Aber man muss auch schauen, was budgetär möglich ist. Der viel wichtigere Bereich ist, dass man junge Literaten unterstützt, das habe ich auch mit diesen arrivierten Autoren besprochen.

    Anderswo werden Landesmuseen groß aus- und umgebaut. In Kärnten hat man nicht einmal das Geld, um alle Schauräume zu beheizen. Welche Investitionen planen Sie für das Landesmuseum?

    DOBERNIG: Wir beginnen jetzt einmal mit dem Konzerthaus und investieren ab Mai 2013 3,1 Millionen Euro in den Umbau des Großen Saales. Das können wir uns leisten. Dann gehen wir anlässlich des 140. Geburtstages des Landesmuseums den Depotbereich an, da muss noch geklärt werden, ob man das mit dem Stadttheater gemeinsam in Tessendorf macht. Dann folgt die Heizung und in der nächsten Periode die Sanierung und Entwicklung des Landesmuseums.

    Gibt es eigentlich Pläne für weitere Landesausstellungen?

    DOBERNIG: Burg Hochosterwitz ist angedacht für frühestens 2017. Es sollen vierzehn Standorte zwischen Maria Saal und Friesach bespielt werden.

    Wenn Sie viel Geld hätten: Was würden Sie als Kulturreferent auf die Beine stellen?

    DOBERNIG: Mit sehr viel Geld würde ich an der Klagenfurter Stadtgrenze ein Zentrum mit Konzerthaus, Landesmuseum und Mittelbühne entwickeln. Aber das ist ein Projekt, das rund 140 Millionen Euro kosten würde.

    Sind Sie selber noch als Trompeter aktiv?

    DOBERNIG: Nein, seit 2010 nicht mehr. Ich habe brav Musikunterricht genommen, bei einem Frühlingskonzert mitgespielt und das dann eingestellt, weil ich nicht erklären will, wo ich mitspiele und wo nicht. Das Kulturreferat würde ich übrigens nie abgeben wollen.

    Gerhard Lehner vom "klagenfurter ensemble" hat sich von Ihnen die Fähigkeit gewünscht, Kaplenig von Kulnig, Kulnig von Kolig und Kolig von Kolig unterscheiden zu können. Besitzen Sie diese Fähigkeit?

    DOBERNIG: Ja, denn zumindest besitze ich eine Fähigkeit: Wenn ich mit etwas konfrontiert werde, dann mache ich mich kundig, sollte ich es noch nicht gewusst haben.

    MARIANNE FISCHER, ERWIN HIRTENFELDER

    Zur Person

    Harald Dobernig, geb. 3. Sept. 1980, lebt in Maria Saal.

    Studierte Betriebswirtschaft an der Uni Klagenfurt.

    Ab 2005 Büroleiter von Jörg Haider. Ab Oktober 2008 FPK-Landesrat für Finanzen und Kultur. Seit April 2009 ist er außerdem Gemeinderat in Maria Saal.

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