Altwerden auf der Burg
Auf der Heunburg wird heuer das Stück "Gleitendes Ableben oder ein Fall von Liebe" von Ronald Pries uraufgeführt, der auch selbst inszeniert.

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Selbst ist man ja eigentlich erst ein Jahr alt: Im Vorjahr haben Ronald Pries und Andreas Ickelsheimer erstmals die Heunburg bespielt, knapp 2000 Besucher haben "Die drei Vögel" gesehen. Und doch denkt man schon über das Altwerden nach. Anlass dafür ist das von der EU ausgerufene "Jahr des aktiven Alterns": Lebensqualität im Alter steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Solidarität zwischen den Generationen. Da passte es gut, dass Pries ein Stück in der Schublade hatte, das sich mit diesen Themen beschäftigt: Am 30. Juni geht die Uraufführung der Tragikomödie "Gleitendes Ableben oder ein Fall von Liebe" über die Bühne.
Pries hat das Stück bereits 1996 geschrieben, aber "mittlerweile ist es so aktuell wie noch nie", so der Leiter des Opernstudios am Kärntner Landeskonservatorium. Er erzählt in vier Bildern vom grantig-kauzigen Ex-Schauspieler Leon (75), der im Altersheim auf die besonnene Alice (73) trifft sowie von deren Sehnsüchten, Träumen und Ängsten.
Eine davon betrifft die Frage, wer künftig für die vielen Pflegefälle aufkommen wird bis hin zur Angst vor Euthanasie: "Es gibt ja mittlerweile Senioren, die von Holland nach Deutschland ziehen, weil sie befürchten, Opfer der in den Niederlanden legalen aktiven Sterbehilfe zu werden", so Pries, der auch selbst inszenieren wird und dafür ein schlagendes Argument ins Feld führt: "Ich bin vielleicht nicht der Beste, aber sicher der Billigste."
Zweite Produktion
Und das Geld muss gut eingeteilt werden, bietet man doch bei gleichbleibender Landessubvention (28.000 Euro) noch eine zweite Produktion an: Das Stück "Messerköpfe" von Marcel Aymés wird von jungen Schauspielern, die unter anderem am Konservatorium studieren, selbstständig erarbeitet (Premiere am 25. August). Außerdem gibt es ein Gastspiel der neuebuehnevillach ("Enigma" mit Michael Weger und Erik Jan Rippmann) sowie zwei Konzerte mit "Schnittpunkt Vokal" und Karen Asatrian. Und weil der Schauspieler, Kabarettist und Liedermacher Oliver Vollmann die Rolle des Leon übernehmen wird, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und zeigt am 9. und 10. August seinen hinreißenden Soloabend "KasperlHerz".














