Stummfilmstar Charlie Chaplin im Visier des Geheimdienstes
War Charlie Chaplin ein Kommunist? Die USA hat der Ikone der Filmgeschichte in den 50er-Jahren deswegen sogar die Rückreise verweigert. Der britische Geheimdienst gibt nun Entwarnung.

Foto © APA
Der Stummfilmstar Charlie Chaplin ist nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes MI5 "radikal" und "progressiv" gewesen, aber nicht subversiv oder "gefährlich". Die angeblichen kommunistischen Überzeugungen des Schauspielers bestätigten sich in Ermittlungen nicht, wie aus am Freitag veröffentlichten Akten des MI5 hervorgeht.
Der Geheimdienst war sechs Jahre zuvor von der US-Botschaft in London mit den Recherchen beauftragt worden, da sie Chaplin verdächtigte, eine geheime Spende an die Kommunistische Partei in den USA gemacht zu haben. 1953 wurde ihm nach einem Auftritt in London deswegen sogar die Rückkehr in die USA verweigert, die unter Senator Joseph McCarthy eine von intensivem Antikommunismus geprägte Ära erlebten. Der britische Geheimdienst fand jedoch bei seinen Recherchen keinerlei Beleg für die angebliche Gefährlichkeit Chaplins.
Ebenso wenig fand der MI5 aber die Geburtsurkunde des als Charles Spencer geborenen Stars. Es wird angenommen, dass Chaplin 1889 in London geboren wurde. 1910 wanderte er in die USA aus. Es sei "seltsam", dass es keine Spur von der Geburtsurkunde gebe, sagte damals MI5-Vertreter John Marriott. "Aber ich denke, das hat für Sicherheitsfragen keine große Bedeutung."














