Talente und Temperamente für Brahms und Beethoven
OSSIACH. Für viele gilt das 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms als diffiziles, etwas sperriges Werk, das den Ausführenden immense Ausdauer und Power abverlangt. Martina Filjak hat beides und zudem großes Talent.
Die gebürtige Kroatin, Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe, gilt als eine der vielversprechendsten jungen Pianistinnen. Beim Konzert der Orchesterakademie Ossiach (OAO) wurde sie aber nicht nur ob ihres kraftvollen Spiels, das wegen des deckellosen Klaviers manchmal gar zu laut geriet, und ihres unbändigen Temperaments, sondern auch wegen ihrer fulminanten Technik und Akkordik und ihrem Sinn für reiche Abstufungen umjubelt. Schade war nur, dass im (ausgebuchten) Alban Berg Saal das Podium auf Zuschauerebene heruntergefahren war und sie so für viele unsichtbar blieb.
Vassillis Christopoulos am Pult der OAO war bei seiner soliden, in auffallend langsamen Tempi gewählten Begleitung in erster Linie auf Sicherheit bedacht. Diese war auch beim Dirigenten von Beethovens "Pastorale" angesagt: teils für den Saal recht laut, teils zu beschaulich, erklangen aber doch schön ausbalanciert mannigfaltige Valeurs und Nuancen im "Gewittersatz" wie auch im Finale, das zu einem herrlichen Lobgesang wurde. HC














