Der Wohllaut strahlender Leuchtkraft
Krassimira Stoyanova holte Grazer Liederabend nach.
GRAZ. Im schon bis 2015 gefüllten Terminkalender von Krassimira Stoyanova spielen Liederabende nur eine Nebenrolle. Die bulgarische Sopranistin, die ihren für Mai 2010 geplanten ersten Liederabend in Graz abgesagt hatte, verschanzte sich denn auch hinter einem Notenpult, als sie am Dienstag im Stephaniensaal Lieder von Puccini, Berg, Tschaikowski und Rachmaninow vortrug und mit der zweiten Zugabe ihrem Landsmann Dobri Hristov huldigte.
Die österreichische Kammersängerin besitzt einen warm timbrierten lyrischen Sopran, dessen Wohllaut sie stets zu wahren versucht. Bestachen bei Giacomo Puccini die lang gezogenen Legatobögen, denen sie den Text unterordnete, so fehlte es den noch der Tonalität verhafteten "Sieben frühen Liedern" von Alban Berg nicht an akzentfreier Wortdeutlichkeit.
Aus der Reserve locken ließ sich Krassimira Stoyanova erst bei den russischen Liedern, bei denen sie nur selten einen Blick in ihre Noten werfen musste. Dem emotionalen Überschwang bei Peter Iljitsch Tschaikowski und Sergej Rachmaninow trug sie mit erheblich gesteigerter Expressivität und erweitertem Farbspektrum Rechnung, das neben strahlender Leuchtkraft nun auch dunkle Töne aufwies. Souverän zur Seite stand ihr Jendrik Springer, der am 27. Februar in der Grazer Oper Marlis Petersen begleiten wird. ERNST NAREDI-RAINER















