Stefanie Harjes große Liebe für den Schlafräuber
Die Grafikerin Stefanie Harjes las Franz Kafka. Die Folgen zeigen nun ein Buch und eine Ausstellung.

Foto © RAVENSBURGER Grafikerin Stefanie Harjes
GRAZ. Ausstellungen mit Werken von Illustratorinnen und Illustratoren haben Tradition im Literaturhaus Graz. Die jüngste, höchst gelungene Präsentation ist Stefanie Harjes (44) gewidmet, exakter: einer der jüngsten Arbeiten der deutschen Künstlerin, die sich mit ungewöhnlichen Kinderbüchern einen internationalen Ruf schuf.
"Kafka" nennt sich das 2010 bei Ravensburger erschienene Buch für Erwachsene. Ernte einer intensiven Kafka-Lektüre, eingefahren in monatelanger grafischer Arbeit, über die Harjes in einem Brief an den Dichter schreibt: "Manchmal hast Du mich unendlich wütend gemacht; aber gefühlt habe ich dennoch eine große Zärtlichkeit Dir gegenüber. . . Ich liebte und hasste Dich gleichzeitig, wenn Du mir wieder und wieder den Schlaf raubtest."
Für den Leser und Betrachter sind die schlaflosen Nächte jedenfalls Gewinn. Harjes' Textauswahl und ihre Bilder dazu machen Lust auf mehr. Dazu, "Der Prozess", "Das Urteil", "Die Verwandlung", "Ein Hungerkünstler" und "Amerika" (wieder) als Ganzes zu lesen. Und mehr von Harjes' Bildern zu sehen. Was ein Dutzend Publikationen ermöglicht. Der Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis sowie zweimal der Kinder- und Jugendliteraturpreis des Landes Steiermark seien stellvertretend für viele Auszeichnungen genannt.
Zur Eröffnung wird Akkordeonist und Kafka-Fan Otto Lechner "Musikalische Assoziationen" zu Kafka-Texten beisteuern.
Features
Fakten
Stefanie Harjes, geboren 1967 in Bremen.
Illustratorin für Bücher und Zeitschriften.
Buchtipp: Kafka. Ravensburger, 128 Seiten, 14,95 Euro.













