Atmosphärische, mikrotonale Klangreibungen
"MusikfabrikSüd" brachte zwei Uraufführungen.
KLAGENFURT. Teilweise ließen sich die Intervalle nur erahnen. So winzig waren die Tonschritte, dass man sie kaum unterscheiden konnte. Diese mikrotonalen Elemente und die den Instrumenten unterschiedlich vorgegebenen Rhythmen ließen eine flirrend schwebende, atmosphärische Klangreibung entstehen. Obwohl Peter Jakober erst 34 Jahre alt ist, hat er schon seine eigene, sehr ausgeprägte Tonsprache gefunden. "Schemen" heißt das Werk, das der gebürtige Steirer letzten Sommer als "Composer in Residence" in Ossiach für das heutige Konzert des Internationalen Zentrums für Zeitgenössische Musik (IZZM) geschrieben hatte. Jetzt wurde es von den Musikern des Ensembles "MusikfabrikSüd" unter der Leitung von Bruno Strobl uraufgeführt. Wegen der Komplexität des Stückes und der Polyrhythmik mit einem Ohrklick ausgestattet, überzeugten sie den ganzen Abend mit hochkonzentriertem und engagierten Spiel.
Gleichen Stils erlebte man auch das "1. Streichquartett" und das Stück "nach aussen" von Jakober. Letzteres ist für Violine Solo und Live-Elektronik komponiert, wobei die Geigentöne aufgenommen und dann in Höhe und Takt verfremdet wiedergegeben wurden. Hier zeichnete sich Annelie Gahl als virtuose Solistin aus.
Im völligen Gegensatz dazu steuerte Julia Purgina als weitere Uraufführung die in der Tonsprache bewusst einfach gehaltenen "4 Kindertotenlieder" mit Texten von Marterln bei, die von den Musikern teilweise kaum verständlich gesprochen wurden.
Schließlich gab es vom "Elektronikduo blauwurf" noch Aktionen und Reflexionen: Ein Dialog eines analogen und eines digitalen Synthesizers mit Kompositionsteilen von Jakober, was überwiegend in Geräusche und Effekte mündete. HC















