Zitrone im Schwarzbuch
Lob und Tadel für die "Elektra" der Grazer Oper.
Als psychoanalytische Studie, bei der niemand "normal" ist, zeigt Johannes Erath "Elektra" von Richard Strauss am Grazer Opernhaus. Die teils bildhaft etwas plakative Konzeption ist nachvollziehbar, wenn man das archaische Drama ins Heute überträgt.
Kurier
Eine Zitrone im Schwarzbuch des deutschen Regietheaters verdient, stellvertretend für das szenische Niveau des ganzen Abends, die Erkennungsszene. Zu allem Überfluss senken sich über diese absurde Staffage erbsengrüne Gummibäume in das abgrundtief hässliche Bühnenbild - Dekonstruktion nennt man das, die mutwillige Zerstörung eines der allergrößten Momente des Musiktheaters.
Die Presse
Stephanie Friede bekam als Elektra, also als Mensch, der jahrelang die Hölle durchgemacht hat, eine Hausfrauenfrisur verpasst, wirkte gesund wie eine Obstbäurin und sang passend dazu mit walkürenhafter Durchschlagskraft.
Der Standard
Eine Klytämnestra der Extraklasse ist Iris Vermillion, schrill, gefährlich, gesanglich den klassischen Opernstil fast im Stil einer Diseuse hinter sich lassend.
Der neue Merker
Dem Dirigenten Johannes Fritzsch gelingen phänomenale Steigerungen und Spannungsbögen, Streicher, Bläser und Schlagwerk vermögen über weite Strecken zu brillieren.
Kronen-Zeitung













