Einfühlsames über die Nöte des Zubettgehens
Das "Schreckhupferl" zu Gast im Congress Center.
VILLACH. Wer von uns erinnert sich nicht an die Ängstlichkeit vor dem Einschlafen im Dunkeln? Das Salzburger Theaternetzwerk "ohnetitel" nahm dieses Phänomen unter die Lupe und entwickelte das einfühlsam-komische Stück "Schreckhuperl" für Vorschulkinder, welches im Congress Center Villach gastierte.
"Klein Bammel" soll schlafen gehen und trödelt vor dem Licht ausschalten. Als sie endlich die Augenlider zuklappt, stört sie Herr Untermieter, der in ihrer Matratze wohnt. Zögerlich befreundet man sich und besteht dabei sogar gemeinsame Abenteuer, deren Bewältigung Klein Bammel schlussendlich entspannt einschlummern lässt.
Die Tänzerin Gisela Ruby zaubert durch Gesten, Mimik und Bewegungen aus Klein Bammel ein vielseitiges, rundes Persönchen: von mutig, keck, über misstrauisch bis kuschelbedürftig und zärtlich reicht ihre Palette. Nur Rubys Stimme könnte lauter sein, glücklicherweise spricht ihr ausdrucksstarker Körper umso deutlicher. Der Clown Thomas Beck agiert als Herr Untermieter liebenswert tollpatschig, aber selbstbewusst, denn er beharrt auf sein Bleiberecht in der Matratze. Zumindest wird es Klein Bammel mit ihm nicht langweilig. Flugs ist das Stockbett ein veritables Segelschiff (Ausstattung: Norbert Gruber), das selbst Stürme und hohen Wellengang meistert. Gerhard Patzelts Lichtgestaltung begleitet die Handlung prägnant.
Den Kindern gefällt es. Sie helfen Klein Bammel aktiv Herrn Untermieter zu suchen, lachen über jede Panne, seufzen vor Erleichterung, wenn doch niemand vom Schiff fällt und halten ihre Aufmerksamkeit über die ganzen 50 Minuten Spieldauer. Sympathischerweise kommt in "Schreckhupferl" kein Erwachsener vor. Klein Bammel findet selbst einen Weg, um ihre Ängste zu kanalisieren. INGRID TÜRK-CHLAPEK















