Nöstlinger-Collage mit Ursula Strauss im Rabenhof
"Ihre Geschichten hab' ich als Kind verschlungen. Ihre Gedichte hab' ich sehr spät entdeckt." Eine Woche nachdem sie beim Auftakt der vierten "Schnell ermittelt"-Staffel als liebste Fernsehkommissarin der Nation mit rund 770.000 Zusehern erneut hohe Quoten erzielte, gibt Ursula Strauss ab Dienstag in "Iba de gaunz oamen Leit" von Christine Nöstlinger im Wiener Rabenhof ihr Bühnen-Comeback.
Für den Abend haben Matthias Jodl und Anatole Sternberg eine Collage aus drei zwischen 1974 und 1987 erschienenen Nöstlinger-Gedichtbänden geschaffen. "Es sind dabei vier sehr unterschiedliche Figuren entstanden, die alle im Gemeindebau leben", erzählt Strauss im APA-Gespräch und schwärmt von der hohen Musikalität der im breiten Wienerisch geschriebenen Texte, die in dieser "Elektronikoper" von der Musik Wolfgang Schlögls ("Sofa Surfers") noch unterstützt werde.
Dabei soll es aber nicht um ein Wienerlied-Revival gehen, sondern darum, die "gaunz oamen Leit" im Gemeindebau ganz ohne Sozialromantik dabei zu zeigen, wie sie sich heute "genauso zwischen Suff, Pfusch und der schieren Verzweiflung in nüchternen Momenten durchs Leben wursteln wie eh und je", wie es in einer Ankündigung heißt.
Ursula Strauss spielt "eine reichlich dem Alkohol zugetane Frau, die mit den Kindern überfordert ist und sich in ihren vielen einsamen Momenten ins Trinken flüchtet". Mit dabei auch Christian Dolezal, Gerald Votava und Ingrid Burkhard, die als Mundls Gattin in der TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" reiche Mundart-Erfahrung sammeln konnte.
Strauss, die für "Vielleicht in einem anderen Leben" von Elisabeth Scharang beim Österreichischen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin nominiert ist, hat "großen Spaß" daran, im Rabenhof eine deutlich andere Figur auf die Bühne stellen zu können als die toughe Chefinspektorin. Zuletzt war die 37-jährige Melkerin vor drei Jahren in "Jedem das Seine" von Silke Hassler und Peter Turrini auf der Bühne gestanden.















