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Zuletzt aktualisiert: 10.01.2012 um 12:54 UhrKommentare

Auch Arthur Schnitzler wäre heuer 150

Fast genau zwei Monate alt war der kleine Arthur Schnitzler, als in der selben Stadt, im Wien des Jahres 1862, Gustav Klimt das Licht der Welt erblickte. Beide gingen als bedeutende Figuren der Wiener Moderne in die Kulturgeschichte ein - beide wären heuer 150 Jahre alt. Um den runden Geburtstag von Schnitzler am 15. Mai geht es jedoch im Klimt-Jahr 2012 deutlich stiller zu.

Höhepunkt ist eine Matinee im Volkstheater am 20. Mai, bei der zum dritten Mal der Arthur-Schnitzler-Preis vergeben wird. Im Wiener Bezirksmuseum Währing (18., Währinger Straße 124) wird noch bis 12. Februar die Ausstellung "Arthur Schnitzler in Währing - Eine Wiener Topographie" gezeigt.

"Die Bühnenpräsenz ist bei Schnitzler ohnehin stark gegeben", erklärt die Germanistin Konstanze Fliedl von der Universität Wien, die auch Präsidentin der Arthur-Schnitzler-Gesellschaft ist, im Gespräch mit der APA. Vor allem seit 2002, als die Kontraktpflicht 70 Jahre nach dem Tod des Autors endete, wird er viel gespielt. Das Burgtheater hat mit "Professor Bernhardi" und "Das weite Land" derzeit zwei Schnitzler-Klassiker im Repertoire, letzteres kommt bald auch am Salzburger Landestheater heraus und war erst kürzlich an der Josefstadt zu sehen, wo auch Igor Bauersimas Bearbeitung der "Traumnovelle" am Spielplan steht. Im Volkstheater feierte im November "Der einsame Weg" Premiere.

Braucht man da überhaupt ein eigenes Schnitzler-Jahr? "Nicht so sehr an den Theatern, aber für uns Wissenschafter ist natürlich interessant, welche neuen Entwicklungen es in der Schnitzler-Forschung gibt", erklärt Fliedl. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF gibt Fliedl die Kritische Ausgabe der Schnitzler-Werke heraus. "Die Entwurfstufen, aber auch die Fassungen aus dem Nachlass waren bei den wichtigen Schnitzler-Werken bisher zum Großteil nicht editiert", so Fliedl. Im Vorjahr erschien "Lieutenant Gustl" mit Faksimile, Illustrationen und Kommentar, im heurigen März soll "Anatol" veröffentlicht werden. "Für uns ist das ein ganz wichtiger Schritt", betont Fliedl. "Es gibt dabei noch so viele neue Seiten dieses scheinbar so bekannten Autors zu entdecken."

Quelle: APA

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