Die "Weltkritik" schlug beim "Herkules" zu
Ossi-Duo holte sich den sechsten Klagenfurter Kleinkunstpreis "Herkules". Der Publikumspreis ging nach Bayreuth.

Foto © Mein-KlagenfurtMia Pitroff (Publikumspreis) und die Sieger: das Duo "Weltkritik"
Blaumann, Jägermeister und Bierpulle - diese urdeutschen Begriffe fielen der Zensur von Bettina Prokert und Maxim-Alexander Hofmann radikal zum Opfer, als sie sich auf den 6. Klagenfurter Kleinkunstpreis "Herkules" vorbereiteten. "Wir haben uns bei vielen Worten gefragt: Welche versteht man in Österreich", erklärte Bettina die Saubermachaktion im Kabarettprogramm.
Offenbar fanden die Kabarettisten aus Leipzig, die als Ensemble "Weltkritik" auftreten, genau die richtigen Worte. Im ausverkauften Jazz-Club Kammerlichtspiele Klagenfurt hatten weder Publikum noch Jury Verständnisschwierigkeiten - im Gegenteil, alle waren begeistert.
"Bei der Qualität der Kabarettisten war es dieses Mal besonders diffizil zu entscheiden", verriet Jurymitglied Astrid Wenninger von der Kärntner Sparkasse, die den Publikumspreis (1000 Euro) stiftet. Und der ging an die überzeugende Mia Pitroff aus Bayreuth. Die "naturbelassene" Fränkin empfahl sich mit Ausschnitten aus ihrem urkomischen Programm "Mein Laminat, die Sabine und ich". Auf der Entscheidungsliste der Juroren stand die 31-Jährige auf dem zweiten Platz, nur geschlagen vom Duo "Weltkritik", das den "Herkules", dotiert mit 2000 Euro nach Leipzig mitnehmen durfte. Das gemischte Kabarettdoppel aus den neuen deutschen Bundesländern begeisterte mit geschliffenem Improvisationskabarett, unterhaltsam verpackter Gesellschaftskritik, Mimik und Musikalität.
Aus 50 Bewerbungen wählten die Organisatoren Susanne und Mario Kuttnig acht Kabarett-Acts für die Vorrunde aus. Vier aus Österreich und vier aus Deutschland. Doch ins Finale kam nur die Österreicherin Lydia Prenner-Kasper, die dort keine Chance hatte, sich gegen die Kollegen aus deutschen Landen durchzusetzen. Dieses Mal, denn beim "Herkules" 2013, der von der Kelag und der Kultur Klagenfurt gesponsert wird, werden die Karten neu gemischt.
Im Übrigen neu: Heuer entwarf die Klasse 5b vom Gymnasium Viktring die Siegerskulptur und Nachwuchs-Sängerinnen vom Gesangsstudio Anja Glüsing unterhielten das Publikum, während sich die Jury beriet.












