Ein lateinisches Gaudium
"Die spinnen, die Römer!": Werner Sobotka inszenierte Stephen Sondheims Musical als herrlichen Klamauk an der Wiener Volksoper.
Etwas Vertrautes, etwas Geklautes . . . Heute wird gelacht!" Im Prolog versprochen und den ganzen Abend gehalten: Das an der Wiener Volksoper erstmalig aufgeführte Musical von Stephen Sondheim "Die spinnen, die Römer!" sorgt beim Publikum für Lachstürme.
Es sind aber nicht, wie der Titel vermuten ließe, Asterix und Obelix, die bei dieser turbulenten Verwechslungskomödie die Bühne der Volksoper frequentieren, sondern der gerissene Sklave Pseudolus, als welcher Hausherr Robert Meyer mit unglaublicher Kondition alle seine komödiantischen Register zieht. Weiters kommen vor: ein liebeskranker Jüngling, der, obwohl Hero genannt, wenig heldenhaft agiert und bei Paul Schweinester etwas blass wirkt. Seine Angebete, die naive Blondine Philia, der Bettina Mönch ein "liebliches" Profil gibt und auf die auch Miles Gloriosus abfährt, ein Offizier, dem Florian Spiess die notwendige Körpergröße und Stimmgewalt verleiht. Da spielt Sigrid Hauser skrupellos den Kurtisanenhändler Lycus, Herbert Steinböck einen vertrottelten, lüsternen Senex, samt gestrenger Gattin mit dem bezeichnenden Namen Domina, bei Dagmar Hellberg in den besten Händen. Ständig in Hektik ist Boris Pfeifer als Sklave Hysterium.
Alle diese volksnahen Charaktertypen, auf die Komödien von Plautus zurückgehend, werden in der Regie von Werner Sobotka in einem minutiös gearbeiteten Höllentempo, verstärkt durch eine irrwitzige Choreographie (Ramesh Nair) durch das Netz der Intrigen gejagt. Mit umwerfendem Sprachwitz (Deutsch: Martin Flossmann), manchmal auch recht platt wird in einer comichaften Kulisse herrlich geblödelt. Leider werden jedoch viele Slapsticks billig und klamaukhaft völlig überzogen präsentiert.
Das Orchester der Wiener Volksoper unter David Levi weiß die Musik, bei der nur wenige Nummern Ohrwurmqualität haben, swingend und schmissig zu musizieren.













