Engelhaft geblasen und gepfiffen
Mozart trifft Weber. Weber trifft Prokofjew.
GRAZ. Wo "Wiener Virtuosen" draufsteht, ist Virtuosität drin. Allem Etikettenschwindel einen Riegel vorsetzen kann der Klarinetten-Zampano Ernst Ottensamer, diesmal unterwegs mit sieben Philharmoniker-Kollegen, aber ohne seine Söhne. Den Abonnenten des Musikvereins für Steiermark gefiel im Stefaniensaal auch die Mischkulanz aus Bearbeitungen von Bastiaan Blomhert (Mozarts Serenade KV 361), Heinrich Bärmann (Webers Rondo für Bläsersextett) und den Opern-Arrangeuren Joseph Triebensee, Johann Wendt und Joseph Heidenreich (Mozart-Potpourri).
In Erinnerung bleiben durfte wohl vor allem Mozarts B-Dur-Adagio und der viel zu selten zu hörende bravouröse Rondo-Satz von Carl Maria Weber.
Den Vogel abgeschossen haben dürfte an diesem Abend freilich der 1956 in Hannover geborene Andreas N. Tarkmann, Oboist und Arrangeur von Ruf, mit seiner Bläserfassung von acht Nummern aus Sergej Prokofjews Ballett "Romeo und Julia": verlockend im "Tanz der Mädchen" die auf dem Podium versammelten "picksüßen Hölzeln", hinreißend Klarinetten und Oboen im "Morgenständchen", klangüppig das Oktett im aufgeblasenen Auftritt der "Montagues und Capulets". Mit einem erbaulichen Wort von Christoph Martin Wieland: "Es wurde geblasen und gepfiffen, dass die Engel im Himmel ihren Spaß daran hatten." HANSJÖRG SPIES















