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Zuletzt aktualisiert: 17.12.2011 um 22:16 UhrKommentare

Der Superstar ist völlig schwindelfrei

Schauspieler Tom Cruise über seinen neuen Film "Mission: Impossible - Phantom Protokoll", über Regisseure, von denen er gelernt hat, und über seine Leidenschaft für große Höhen.

Foto © Reuters

Wie gut, dass es ihn gibt! In der nunmehr vierten Kinoausgabe von "Mission: Impossible" (Untertitel: "Phantom Protokoll") rettet Tom Cruise, 49, wieder einmal die Welt. Als Agent Ethan Hunt verhindert er einen Atomkrieg zwischen Russen und Amerikanern.

Mit Regisseur Brad Bird und den Partnern Paula Patton und Simon Pegg kam der Star in die bayerische Metropole, wo es in der BMW-Welt am Olympiagelände eine große Premiere gab. Am Vorabend hatte er sich im Augustinerkeller an zwei Maß Bier und bayerischen Schmankerln gelabt.

120 Meter lang war der Teppich, wo er sich fast zwei Stunden für die rund 2000 erschienenen Fans Zeit nahm, unermüdlich Autogramme schrieb und Wünsche für gemeinsame Fotos erfüllte.

Tagelang vor seinem Eintreffen mit eigenem Privatjet war er als "größter aller Hollywood-Stars" angekündigt worden.

"Sind Sie das, Tom Cruise? Der allergrößte Star?" Er lächelt: "Solche Bezeichnungen würde ich nie für mich in Anspruch nehmen. Würde man mich nach meinem eigenen Lieblingsstar befragen, ich hätte auch keine Antwort. Es gibt zu viele tolle Leute. Das einzige, was ich sagen kann, ist: Ich liebe Film seit meinem vierten Lebensjahr, bin überglücklich, dass ich heute in diesem Metier arbeiten darf, und ich bin sehr, sehr dankbar für das, was ich erreicht habe. Ich fühle mich absolut privilegiert. Und demütig."

Haarsträubend

140 Millionen Dollar kostete das neue "Mission: Impossible"-Abenteuer, das Action am laufenden Band bietet. Darunter auch haarsträubende Klettereien auf dem 828 Meter hohen Turm Burj Khalifa, dem derzeit höchsten Gebäude der Welt, mehr als doppelt so hoch wie das Empire State Building in New York.

Monatelang hatte sich der Star mit Spezialtraining auf diese Szenen vorbereitet, die Aufnahmen in schwindelnder Höhe waren dann für einen Tag angesetzt, es wurden aber drei daraus. "Tom", so Regisseur Brad Bird, "macht eben keine halben Sachen. Seine Stunts sind wirklich sensationell. Es hätte keinen Sinn gehabt, ihm etwas auszureden. Da meinte er nur: ?Wendet euch an den Produzenten!' Aber das war er selbst. Und wären seitens der Versicherung Einwände gekommen, dann hätte er die Versicherung glatt gewechselt."

Cruise bezeichnet sich als leidenschaftlichen Kletterer. Das begann schon mit dem "Bamkraxeln" in der Kindheit: "Ich bin ein Kletter-Junkie. Höhenangst kenne ich Gott sei Dank nicht, ich bin ja auch Pilot. Aus Höhen wie dem Burj Khalifa hinunterzuschauen, macht mir überhaupt nichts aus. Hinunterfallen möchte ich natürlich nicht."

Mit Brad Bird hat er übrigens eine unkonventionelle Regisseur-Wahl getroffen. Bird hat nämlich bisher nur Animations-Filme gedreht, aber dafür ("The Incredibles - Die Unglaublichen", "Ratatouille") zwei Mal einen Oscar kassiert. Cruise: "Bereits nach ?The Incredibles' stand er auf meiner Wunschliste. Ich rief ihn an und sagte: ?Wenn du dein erstes Live-Abenteuer inszenieren möchtest, melde dich. Ich will unbedingt mit dir zusammenarbeiten!' Einige Zeit verging, dann hörte ich, dass er mit einer San-Francisco-Story zur Zeit des großen Erdbebens nicht richtig weiterkam. Abermals rief ich ihn an, wir vereinbarten ein Treffen, bei dem wir dann zwei Stunden lang über unsere Liebe zum Kino sprachen. Danach war der Weg frei. Am Set geisterte dann immer wieder ein Wort herum: Perfektion".

Nackt

Cruise selbst findet sich, trotz aller großen Erfolge, noch lange nicht perfekt: "Ich bin ein Lernender. Ein ewig Lernender. Harold Becker, mein Regisseur in ?Taps', war der erste, der mir eine Menge beibrachte. Ich war blutjung und für die Leute am Set wahrscheinlich eine Landplage, weil ich tausend Fragen hatte. Eines Tages ließ ich mir eine Glatze scheren, weil ich glaubte, das würde besser zur Rolle passen. Harold verpasste mir eine Perücke. Gott sei Dank hat er mich nicht gefeuert."

Ridley Scott etwa brachte Tom Cruise vieles über die Kameraarbeit bei, Tony Scott weckte seine Lust am Reisen. Und Stanley Kubrick, bei "Eyes Wide Shut"? "Er hatte einen genialen Blick für bestimmte kleine Momente. Bei den Orgien-Szenen fragte ich ihn: "Stanley, möchtest du, dass ich von den anderen Teilnehmern ausgezogen werde, bis zur totalen Nacktheit? Wenn, dann ist es ok". Er antwortete: "Nein, nein. Ich möchte nur, dass das Publikum das Gefühl hat, du seist nackt. Ohne dass sie es wirklich sehen. Ich will dich emotionell nackt, nicht physisch": Das war brillant und sehr wirksam."

Top Gun 2

Demnächst zeigt sich Tom Cruise von einer neuen Seite: "Ich habe vor Kurzem einen Film mit viel Musik abgedreht. Ich singe und tanze." Und was stimmt n den Gerüchten über eine Fortsetzung von "Top Gun'" "Viele Jahre", antwortet er, "wäre ich nie auf eine solche Idee gekommen, hätte ich gelacht. Aber nun: Ja, wir haben darüber gesprochen. Ein Drehbuch gibt es noch nicht".

LUIGI HEINRICH

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