Der Rhythmus trägt das Hitpanorama
Red Hot Chili Peppers lieferten in der Wiener Stadthalle eine Greatest-Hits-Show ab.
WIEN. Beginnen wir mit einem Abwesenden: Gitarrist John Frusciante verließ die Band nach der letzten Welttournee. Mit Josh Klinghoffer (32) haben die Rest-Chilis (alle um die 50) zwischenzeitlich das aktuelle Album "I'm With You" auf den Markt gebracht - und sind damit nicht minder erfolgreich. Klinghoffer war schon auf der vorangegangenen "Stadium Arcadium"-Weltreise als Gastmusiker mit von der Partie. Auf der Bühne wirbelt der junge Mann gehörig herum, entlockt seinem Instrument die entsprechenden Töne, verfügt aber über einen eher matschigen Gesamtsound, der nicht immer durch die entfesselt spielende Rhythmusabteilung durchdringen kann.
Und genau diese fulminante Rhythmuskomponente gibt den Red Hot Chili Peppers das prägende Fundament. Drummer Chad Smith ist ein Groovemeister der galaktischen Art, der die zuckende Fanmeute anfeuert und seinen Mitrhythmiker Flea am Bass antreibt. Flea ist mittlerweile zum Frontmann des kalifornischen Quartetts mutiert. Innovatives Spiel gepaart mit individueller Optik lautet offenbar sein wirkungsvolles Credo.
War da nicht noch wer? Doch, doch: Sänger Anthony Kiedis hüpft und singt sich größtenteils richtig intonierend durch das bandeigene Hitpanorama. Dieses ist um einige neue Songs und das treibende Stevie-Wonder-Cover "Higher Ground" erweitert, beinhaltet Improvisation - Klinghoffer spielt Midge Ures "Vienna"an - und clever in Szene gesetzte bewegliche Videowalls. Zur Zugabe watschelt Bassist Michael Balzary alias Flea auf den Händen quer über die Bühne, um das Publikum nach rasanten zwei Stunden mit der Gewissheit zurückzulassen, einen guten Tanzabend à la Red Hot Chili Peppers inklusive der Kracher "By The Way", "Californication", "Under The Bridge", "Otherside" und dem Schlusspunkt "Give It Away" serviert bekommen zu haben.
SAM SCHLAGENHAUFEN














