Der "Meister der üblen Nachrede"
Mit Werner Kofler starb ein konsequenter Kritiker.
WIEN. Vielen seiner (zu wenigen) Lesern galt Werner Kofler als schärfster und untergriffigster Satiriker des Landes. Sein wortgewaltiger literarischer Furor erinnerte an Thomas Bernhard. Für den Sohn eines Villacher Kaufmanns war die Literatur "Verbrechensbekämpfung", seine Stücke bezeichnete er als "Racheakte". Sich selbst nannte Kofler, der gestern in Wien starb, wo er seit 1968 gelebt hatte, "Meister der üblen Nachrede". Eigentlich hätten seine Bücher weggehen müssen wie die warmen Semmeln.
Das Gegenteil war der Fall. Obwohl seine Materialsammlung aus der Provinz "Guggile" längst als Klassiker gilt. Obwohl Ehrungen und Auszeichnungen (Österreichischer Würdigungspreis für Literatur 1990; Kärntner Landeskulturpreis, Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2008) seine geknurrte Angriffslust noch motivierten.
Der Zorn auf die Gesellschaft und ihre Oberflächlichkeit sollte Werner Kofler nie verlassen. Er übte konsequent Kritik an der Zerstörung der Umwelt, an den Medien und vor allem an der gelebten Verdrängung der Nazi-Vergangenheit Österreichs. Der präzise Beobachter recherchierte seine Texte penibel. Da kannte Werner Kofler keine Kompromisse. In keinem seiner über 20 Werke (u. a. "Hotel Mondschein", "Der Hirt auf dem Felsen"). USCHI LOIGGE














