Gottschalk geht und heizt Nachfolge-Diskussion an

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Thomas Gottschalk hat sich mit weiterem Futter für Spekulationen von "Wetten, dass..?" verabschiedet: Wird Günther Jauch sein Nachfolger beim ZDF-Unterhaltungs-Flaggschiff? Aus Expertensicht eher unwahrscheinlich, aber die beiden alten Kumpel aus Tagen beim Bayerischen Rundfunk spielten sich am Samstagabend bei Gottschalks letzter "Wetten, dass..?"-Sendung als Moderator gekonnt die Bälle zu.
Gottschalk fragte Jauch direkt, der sagte nicht sofort nein, sondern erbat sich 24 Stunden Bedenkzeit und schlug vor: "Morgen, 20.15 Uhr bei mir, der große Jahresrückblick auf RTL. Du kommst zu mir, wir besprechen das in aller Ruhe." Mit diesem Satz dürfte Jauch etliche Fernsehzuschauer mehr zu seiner Show "2011! Menschen, Bilder, Emotionen" gelockt haben.
Doch lange hielt sich die Show aus Friedrichshafen nicht mit diesem Thema auf, außer dass fast sämtliche Gäste - von Iris Berben bis Wolfgang Lippert, der neun "Wetten, dass..?"-Folgen moderiert hat - Gottschalk zum Bleiben überreden wollten. Aber da bissen sie auf Granit: Der 61-Jährige ließ sich nicht beeindrucken und präsentierte eine klassische "Wetten, dass..?"-Sendung, so wie er sie seit 1987 schon 150 Mal moderiert hatte: Eher gelangweilte Gäste auf der Couch (Karl Lagerfeld plauderte unentwegt mit Jessica Biel, Til Schweiger schrieb zwischendurch SMS); eine charmante, aber zuweilen etwas aufgedrehte und trotzdem bemutternde Michelle Hunziker; Showacts, die Gottschalks Musikgeschmack entsprechen (Meat Loaf); internationale Stars, die die Show vorzeitig verlassen (Lenny Kravitz).
Und natürlich gab es Wetten, Wetten, Wetten - von Sport über Gehirnakrobatik und Klospül-Hör-Erkennung bis zu Mountainbike-Action im Schnee. Wettkönig und Besitzer eines neuen Autos wurde der 21-jährige Germanistikstudent Daniel Langemeyer aus Mettingen, der es schaffte, zusammen mit 47 anderen per Salto auf einem zwei Quadratmeter großen Tisch zu landen - und alle blieben stehen, hocken oder liegen.
Der letzte große Samstagabend-Unterhalter moderierte den Großteil der Sendung so wie immer: locker, flapsig, routiniert. "Es soll spaßig sein. Ich bin der letzte Clown, der unterwegs ist. Berlusconi ist weg, Gaddafi ist weg", sagte er zu Beginn und erntete gleich die ersten Lacher der 3.000 Zuschauer in der Friedrichshafener Rothaus-Halle.
Auch am Ende gab es keine Tränen, keine Rührseligkeit, dafür eine ehrliche Dankesrede an Publikum und Wettkandidaten: "Sie mit ihren Ideen haben diese Sendung am Leben gehalten", sagte Gottschalk. Es wäre bitter für ihn zu sagen, das sei es gewesen mit dem Scheinwerferlicht. "Deswegen komme ich bald wieder" - gemeint war sein Einstieg bei der ARD, wo er ab 23. Jänner die Vorabendshow "Gottschalk live" moderiert. Seine letzten Worte bei "Wetten, dass..?": "Gute Nacht, es war eine tolle Zeit, auf Wiedersehen."















