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Alles in voller Blüte  (22.11.2011 20:19)
 
KLZ/Kusstatscher
 
"Wo immer sie ist, wird Schönheit": Barbara Putz-Plecko, Vizerektorin an der "Angewandten" in Wien, nahm den Kulturpreis der Stadt Villach in Empfang.
 

Nach einer Reihe von männlichen Kulturpreisträgern (zuletzt der Ende August verstorbene Nikolaus Fheodoroff) hat die Stadt Villach die Auszeichnung heuer der Vizerektorin der Universität für Angewandte Kunst Wien, Barbara Putz-Plecko, zuerkannt. In einer vom Ensemble "A Band from Home" umrahmten Feier überreichte Bürgermeister Helmut Manzenreiter den mit 5000 Euro dotierten Preis.

Zu den "besten Erfahrungen im Leben" zählt Daniela Hammer-Tugendhat (Leiterin des Instituts für Kunstgeschichte der Angewandten, Wien) die Freundschaft mit der gebürtigen Klagenfurterin. Die Laudatorin berichtete von einem von Arbeit erfüllten Leben: Nach dem Studium lebte Putz-Plecko freischaffend als Künstlerin. Mitte der 1980er-Jahre begann sie, erste akademische Initiativen zu setzen, baute den ersten Hochschullehrgang für Vermittlungsarbeit in Museen am IFF (der Uni Klagenfurt) mit auf. "Forschungstätigkeit und Arbeitsstipendien brachten sie nach Montreal, Paris, München, wo sie schließlich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Bildenden Künste wurde", so Hammer-Tugendhat.

Panorama-Blick

Zweiter Wohnsitz der in Wien lebenden und arbeitenden Barbara Putz-Plecko ist Damtschach, wo sie sich als Vorstand im Verein Panorama engagiert. Felix Orsini-Rosenberg, Damtschacher Schloss-Hausherr, stellte sich Montagabend in einer Reihe von Gratulanten an, wo er drängte: "Avanti, gratulanti!"

Schon vor einigen Jahren hat die Stadt Villach ein spektakuläres, großflächiges "Rosenbild" von Putz-Plecko angekauft, das im Kleinen Bambergsaal hängt. Es zeigt Rosenblüten, digital bearbeitet und geschichtet, in den Zwischenräumen blitzt, erst auf den zweiten Blick erkennbar, rohes Fischfleisch durch. 1988 entstand der Zyklus "SchnittBlumen" über das Blühen und Vergehen. Die Künstlerin verwebt darin endoskopische Aufnahmen vom Körperinneren oder Fleischgewebe mit Blüten.

Putz-Plecko engagiert sich auch für aktuelle gesellschaftliche Fragen und setzt sich etwa für Kunst in Schulen oder ein konstruktives Miteinander mit Migranten ein. Hammer-Tugendhat lobte: "Ich wundere mich, wie eine Normalsterbliche - und davon möchte ich doch ausgehen - all das realisiert, ohne gestresst zu sein. Bei allem ist sie immer voll präsent und konzentriert. Die sorgfältige Haltung ihren Mitmenschen gegenüber lässt sie auch Dingen angedeihen. Wo immer Barbara Putz-Plecko ist, wird Schönheit, wie mit Zauberhand berührt".