Gediegene Elektronik mit Klubatmosphäre
Klangvisionär Jean Michel Jarre verwandelte die Grazer Stadthalle in einen Lichttempel.
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GRAZ. In Moskau hat er 1997 vor 3,5 Millionen Menschen gespielt - bei seinem Debüt in der Grazer Stadthalle musste sich der französische Elektro-Pionier Jean Michel Jarre mit rund 800 Fans zufriedengeben. Diese beglückte er dafür nicht nur mit Songs aus seinen wegweisenden Erstwerken "Oxygène" und "Equinoxe", sondern auch mit neuerem Material, wie etwa "Téo & Téa".
Die überschaubare Zuschauerzahl und die Bestuhlung im Saal ließen eine angenehme Klubatmosphäre aufkommen, die erst zum Ende hin aufgelockert wurde. Wenn Jarre das Publikum zum Klatschen und Springen animiert, geht er auch als geistiger Vater von David Guetta durch.
Die paralysierende Wirkung entfachten die wohldurchdachten Elektro-Klänge aber nur in Verbindung mit Jarres opulenter Licht- und Lasershow, für deren projizierte Reflexionen die Stadthalle leider etwas zu klein war. In der zweistündigen Show wurden die Besucher mit Effekten schier überhäuft - besonders die einzigartige Laserharfe sorgte für frenetischen Jubel.
Eine riesige 3-D-Videowall lieferte gut strukturierte Animationen und Livebilder des Konzerts, die Jarre selbst mit einer Brillenkamera unterstützte. Die eindringliche Musik intonierte der Franzose teils mit Originalequipment aus seiner Anfangszeit in den 1970er-Jahren. Analoges und Digitales gehen bei Jarres visionären Klangwelten Hand in Hand und nach Betrachten dieses Bühnenspektakels weiß man endgültig, wer als Muse für Daft Punk oder die Chemical Brothers diente. ROBERT FRÖWEIN















