Buch mit "698 neuen Worten für alle Lebenslagen"
Weltall, Gotteshaus, Emporkömmling - alles Wörter, die der Schriftsteller Philipp von Zesen (1619-1689) in die deutsche Sprache gebracht hat. Jetzt gibt es ein amüsantes Buch mit Worterfindungen, das dem Neologismus-Guru ganz aktuell nacheifern will: "Wortschatz: 698 neue Worte für alle Lebenslagen". Ob diese Wörter in 400 bis 500 Jahren noch in Gebrauch sein werden?
Der 36-jährige Lobo mit dem Irokesen-Haarschnitt als Markenzeichen präsentiert Schöpfungen wie "Punschkind" (Gegenteil von Wunschkind), "Schmeeting" (Kurzform für Scheißmeeting), "Homöosexuelle" (Leute mit kaum Sex), "Geifersucht" (der Wunsch, unablässig zu meckern) oder "Zappalien" (Fernsehsendungen zum Wegschalten/Wegzappen).
Zum Beispiel haben heutzutage zahlreiche Menschen einen "Friendeskreis" ("Freunde kommen zum Umzug, "Friends" nur zur Einweihungsparty danach. Der "Friendeskreis" besteht aus den 267 Leuten, mit denen man auf Internet-Plattformen "befriendet" ist").
Andere verlieren sich im "iFer" (zwanghaftes Gefühl, jedes neue Gerät von Apple gleich am ersten Tag des Erscheinens kaufen zu müssen). Viele verhalten sich in der Öffentlichkeit wie ein "Telefant" ("Leute, die durch Handytelefonate an unpassendem Ort besonders trampelig daherkommen"). Eine "hippe Störung" bei solchen Leuten ist auch die "Allephobie" (Angst, dass der Handy-, Laptop- oder Kamera-Akku leer sein könnte, bevor man ihn aufladen kann).
Soziale Netzwerke im Internet lassen manchen zum "Facebookling" werden (jemand, der unablässig seinen Alltag digital dokumentiert, um per Facebook-Profil ein aufregendes Leben zu zeigen). "Simsulieren" kann man es dagegen nennen, wenn jemand vortäuscht, eine SMS zu schreiben, um eine unerwünschte Kontaktaufnahme zu vermeiden. Und was sind Körperteile nach überlangen Klo-Sitzungen mit dem iPhone? "iGeschlafen"!
Doch das Buch widmet sich auch anderen sozialen Erscheinungen: Wie fühlt es sich an, an einem Tag zu arbeiten, der in fast allen anderen Bundesländern ein Feiertag ist? "Feiertragisch"! Wie nennt man eine Partnerschaft, die trotz eines samstäglichen Besuchs im Möbelhaus weiterbesteht? "Ikeabel"! Und was machen Heterosexuelle, die in schwule Lokale gehen und damit nach und nach die Homosexuellen vertreiben (funktioniert auch mit ganzen Stadtvierteln)? "Ausgayen"!















