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Zuletzt aktualisiert: 04.11.2011 um 21:25 UhrKommentare

Überwindung der Angst

Als Wolverine in den "X-Men"-Filmen eroberte der Australier Hugh Jackman Weltruhm. Jetzt ist der Australier mit "Real Steel" in unseren Kinos zu sehen.

Hugh Jackman als Roboter-Coach Charlie Kenton in Shawn Levys Film "Real Steel"

Foto © Disney Dream WorksHugh Jackman als Roboter-Coach Charlie Kenton in Shawn Levys Film "Real Steel"

R eal Steel" geht in die Zukunft. Da gibt es echte Boxkämpfe zwischen riesigen Robotern. Sie coachen einen davon. Was war für Sie der Anreiz, die Rolle des Charlie Kenton anzunehmen?

HUGH JACKMAN: Nicht die Roboter, sondern dass es auch noch eine menschliche Ebene gibt, im Verhältnis des Charlie zu seinem kleinen Sohn.

Den haben Sie, laut Drehbuch, nach seiner Geburt verlassen. Als er plötzlich auftaucht, benehmen Sie sich ihm gegenüber - laut Regisseur Shawn Levy - "wie ein Arschloch". Richtig?

JACKMAN: Einspruch, Euer Ehren. Charlie ist zunächst ein gebrochener Mann, enttäuscht von den anderen - und von sich selbst. Er erwartet von sich gar nichts mehr, außer Mitmenschen zu enttäuschen. Als sein Sohn Max auftaucht, wird er an den größten Fehler seines Lebens erinnert. Das ist die Ausgangsposition.

Da können Sie privat mitreden. Sie sind das jüngste von fünf Geschwistern. Sie waren 8 Jahre, als Ihre Mutter die Familie verließ. Ihr Vater musste alles allein schupfen. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm?

JACKMAN: Weil wir so viele waren, könnte er sich natürlich nicht mit jedem einzelnen Kind ausführlich beschäftigen. Er hat nie viel gesprochen, war aber sehr weise. Ich habe ihn nie auch nur ein einziges böses Wort über andere Menschen sagen gehört. Für mich war er wie ein Felsen, er hat mir immer Mut zugesprochen.

Haben Sie das gebraucht?

JACKMAN: Ja. Das ging so weit, dass ich als Kind Angst hatte, unser Haus allein zu betreten. Ich habe auch erst mit 35 surfen gelernt. Ich als Australier! Da hatte ich Angst, dass ich es nicht schaffen würde. Immer diese Angst, die jeden Teil deines Körpers, deines Lebens infiziert. Ich habe sie überwunden. Aufgeben zu müssen, das war stets die erschreckendste Vorstellung für mich. Und das hat mir auch am Drehbuch von "Real Steel" so gut gefallen, die Idee: Never give up! Gib niemals auf!

Heute sind Sie Vater von zwei Kindern, die Ihre Frau und Sie adoptiert haben?

JACKMAN: Von dem Moment an, als sie bei uns im Haus waren, haben wir sie nie mehr als adoptiert betrachtet.

Sind Sie ein guter Vater?

JACKMAN: Das hoffe ich sehr. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH


Fakten

Hugh Jackman, geboren am 12. Oktober 1968 in Sydney.

Filme: "Trucker mit Herz", "X-Men"-Pentalogie, "Passwort: Swordfish", "Deception - Tödliche Versuchung", "Australia".

2008: "Sexiest Man Alive" des US-Magazins "People".

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