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Goldene Palme von Cannes wird vergeben "Na, dann macht's es halt" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kultur & Medien Nächster Artikel Goldene Palme von Cannes wird vergeben "Na, dann macht's es halt"
Zuletzt aktualisiert: 01.11.2011 um 20:30 UhrKommentare

Wie wirr, wie wahr

Da geht es im Kino echt um viel Knall und Rauch: "Mr. Nice" erzählt die Story von Cannabis-König Howard Marks, der die Behörden in der Pfeife rauchte.

Ein wunderschöner Tag in der deutschen Hauptstadt Berlin. Im Schanigarten des Hotels "The Weinmeister" genießt er die Sonne und raucht tatsächlich eine ganz normale Zigarette. Dann ist "Mr. Nice" alias Howard Marks bereit, über die Verfilmung seines Bestsellers und sein Leben zu plaudern.

Herr Marks, wie kommt ein Mensch mit Ihrem Vorleben ausgerechnet zu einem Namen wie Mr. Nice?

HOWARD MARKS: Wenn du einen falschen Pass aus dem kriminellen Underground bekommst, kannst du dir nicht auch noch den Namen auswählen. Ich brauchte den Pass damals dringend, und in diesem stand nun einmal der Name "Nice". Der ursprüngliche Besitzer hatte dabei den Namen der Stadt in Südfrankreich im Sinn, aber ich beschloss, ihn fortan englisch auszusprechen.

Auf einmal sind Sie Filmheld. Aber "Held" ist wohl nicht das Richtige? Wie sehen Sie sich?

MARKS: Ich bin einer, der Cannabis mag, und das ist vor dem Gesetz eher hässlich.

Haben Sie eigentlich etwas dagegen, wenn man Sie als Kriminellen bezeichnet?

MARKS: Ich habe das Gesetz gebrochen. In diesem Sinne ist es also richtig.

Eine Ihrer raffiniertesten Cannabis-Schmuggel-Methoden war, die "Ware" in Musikinstrumenten von Bands zu verstecken?

MARKS: Ja. All diese Bands gab es nämlich gar nicht. Die Namen habe ich frei erfunden.

Sie waren schon im Arrest, noch bevor Sie die amerikanischen Richter eingesperrt haben. Die ersten beiden Male sollen Sie Ihre Geheimdienst-Kontakte geschützt haben?

MARKS: Ich war insgesamt drei Mal eingesperrt. Vorerst nur insgesamt drei Wochen, dann wurde aber "im Zweifel" für mich entschieden.

Wie war es im US-Gefängnis?

MARKS: Am schlimmsten war das erste Jahr. Dann war es eher wie im Club Med.

Wie das?

MARKS: Es gab gute Einrichtungen, eine ordentliche Bibliothek und ich durfte jeden Tag Tennis spielen, wenn ich wollte.

Wie finden Sie den Film "Mr. Nice"?

MARKS: Gut. Clever. Lustig. Amüsant. Aber auch provokativ. Alles in allem fühle ich mich sehr geehrt.

Fragt man Sie heute nach Ihrem Beruf, was würden Sie antworten?

MARKS: Ich bin Autor. Und kürzlich habe ich mein erstes Science-Fiction-Buch herausgebracht. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH


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