Maja Haderlap wird nun doch Ehrenbürgerin
SPÖ und Einheitsliste setzten sich durch.
BAD EISENKAPPEL/ELEZNA KAPLA. Da ist man noch einmal an einer Blamage vorbeigeschrammt: Mit den Stimmen von SPÖ und Einheitsliste wurde am Freitag im Gemeinderat von Eisenkappel/elezna kapla die Ehrenbürgerschaft für Maja Haderlap beschlossen. Die Bachmann-Preisträgerin wird die Ehre annahmen. Sie fühle sich "schon überwältigend ausgezeichnet", weil in Kärnten außergewöhnlich viele Exemplare ihres Romans "Engel des Vergessens" verkauft worden seien, meinte die Dichterin. Die Ehrenbürgerschaft der Heimatgemeinde freut sie, "zeigt das doch auch, dass die Initiatoren und Betreiber dieser Ehrung die schmerzliche Geschichte dieses Ortes, wie ich sie im Buch beschrieben habe, akzeptieren."
Wie berichtet stand Bürgermeister Franz Joef Smrtnik mit dem Wunsch einer "nachhaltigen Auszeichnung" (also mehr als eine Ehrung) für die Autorin zunächst alleine da. Nun zog die SPÖ mit und prangerte die "Rückwärtsgewandtheit der Freiheitlichen" (Landesgeschäftsführer Daniel Fellner) an. Unbeeindruckt von Landeshauptmann Gerhard Dörfler, der die Diskussion als "erbärmlich und beschämend" und die Ablehnungsfront als "Kleinhäusler" bezeichnet hatte, sagte sein Parteikollege Hans Georg Lopar (FPK) nämlich jede Ehrung für Haderlap ab, "nachdem die Partisanen im Buch eher positiv wegkommen". Auch das BZÖ, das in Eisenkappel den Kulturreferenten stellt, stimmte gegen eine Ehrung.
Maja Haderlap soll die Eisenkappler Urkunde bei ihrer Lesung am 25. 11. erhalten. UL















