Schwebend zum großen Ballett-Erfolg
Originalgetreu: "La Sylphide" an der Staatsoper.
WIEN. Wer hat da gesagt, dass Opernhäuser keine Museen sein dürfen? Die Wiener Staatsoper exerziert gerade vor, wie spannend und reizvoll es sein kann, eine 180 Jahre alte Inszenierung originalgetreu rekonstruiert zu erleben! Und zwar das Ballett "La Sylphide", uraufgeführt 1831 in der Pariser Oper.
Der französische "Ballettarchäologe" Pierre Lacotte hat der Urfassung dieses Werkes nachgeforscht und die Choreografie, das Bühnenbild und die Kostüme wieder aufleben lassen. "La Sylphide" ist ein Schlüsselwerk der Ballettliteratur: Es gilt als das erste romantische Ballett, und die Tänzerin Marie Taglioni, der ihr Vater Filippo die Rolle der "Sylphide"-Elfe auf den Leib choreographiert hatte, galt als Erfinderin eines neuen, "schwebenden" Tanzstils. Mithin genau das Richtige für die Darstellung einer Elfe, die einem Bauernburschen den Kopf verdreht.
In Wien wird die Elfe von der weißrussischen Ballerina Irina Tsymbal getanzt. Den Bauern James gibt Roman Lazik, seine Braut Effie ist Nina Polakova, beide aus der Slowakei stammend. Einer der vielen Höhepunkte: der "pas de trois" und der vor 180 Jahren eine revolutionäre Neuerung darstellte.
Für den Chef des Staatsballetts, Manuel Legris, ein weiterer großer Erfolg, und zugleich eine Reminiszenz auf seine Vergangenheit als aktiver Tänzer: An der Pariser Oper hat er selbst seinerzeit den James getanzt, HARALD STEINER La Sylphide. Staatsoper Wien. 29. 10., 5., 7., 12. November. Karten: (0 1) 513 1 513















