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Rushdie und Coetzee bei Berliner Literaturfestival "Inferno": Ein teuflisches Virus Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kultur & Medien Nächster Artikel Rushdie und Coetzee bei Berliner Literaturfestival "Inferno": Ein teuflisches Virus
Zuletzt aktualisiert: 26.10.2011 um 20:30 UhrKommentare

Unterhalten, aber nicht mit Privatem

Michael Bully Herbig, erfolgreicher Kinoblödler, über seine Rolle im diese Woche anlaufenden Film "Hotel Lux", politische Haltungen und darüber, dass Lustigsein oft unterschätzt wird.

H err Herbig, in "Hotel Lux" spielen Sie den Komiker und Stalin-Parodisten Hans Zeisig. Im Jahr 1938 muss dieser aus Berlin fliehen, will nach Hollywood und landet im berühmt-berüchtigten Hotel in Moskau. Durch eine Verwechslung gerät er in blutige Intrigen. Eine Rolle, mit der Sie vom harmlosen Clown wegwollen?

MICHAEL BULLY HERBIG: Ich habe nicht nach diesem Film geschrien. Anfangs wollte ich sogar absagen. Erst nachdem Regisseur Leander Haußmann das Drehbuch komplett umgeschrieben hatte, merkte ich, das könnte etwas für mich sein.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

HERBIG: Ich habe mich auf die Humoristen jener Zeit konzentriert, besorgte mir zum Beispiel Material von Werner Finck und habe mir angehört, wie Schauspieler damals gesprochen haben. Das war ein ganz eigener Tonfall, meist mit einem rollenden R.

Hätte Bully Herbig wie Hans Zeisig gehandelt?

HERBIG: Das weiß ich nicht. Aber ich fürchte, mir wäre schon einmal der eine oder andere Gag rausgerutscht. Klar, wenn du heute auf die Bühne gehst und einen Witz über die Bundeskanzlerin machst, ist das kein Risiko.

Sind Sie ein politischer Mensch?

HERBIG: Jeder, der eine Meinung oder Haltung hat, ist in gewisser Weise politisch. Viele wissen es nur nicht. Wie Hans Zeisig.

Ist Komödie die Krone für einen Schauspieler?

HERBIG: Das wird behauptet. Und es ist sicher nicht leicht. Es kommt vor, dass bei Castings große Namen kommen und sich denken: "Jetzt kann ich locker komisch sein!" Ein Irrtum.

Fühlen Sie sich als Schauspieler?

HERBIG: Ich habe nie behauptet, dass ich einer bin. Es war Zufall, dass ich da reintappte. Ich hab' ja auch keine Schauspielausbildung, konnte mich aber immer auf mein Bauchgefühl verlassen.

Könnte die alte Bully-Partie wieder zusammenkommen?

HERBIG: Es gab in den letzten zwei, drei Jahren eine Geschichte, die mir durch den Kopf geschossen ist und bei der ich dachte, das könnte eine Fortsetzung von "Schuh des Manitu" sein. Doch dann kamen der erste "Wickie"-Film, "Hotel Lux" und "Zettl" unter Helmut Dietl. Zurzeit fehlen Druck und Überzeugung.

In "Zettl" verkörpern Sie einen Chauffeur, der es bis zum Chef eines Online-Magazins bringt. Eine Fortsetzung von "Kir Royal"?

HERBIG: Keine direkte. Der Kinofilm basiert ein bisschen darauf. Charme und Bissigkeit sind erhalten geblieben.

Das Credo des Bully Herbig?

HERBIG: Ich will die Leute unterhalten. Im Kino. Denn es gibt keinen Grund, sie auch mit meinem Privatleben zu unterhalten. INTERVIEW: LUIGI HEINRICH

Die Filmkritik lesen Sie auf Seite 50.


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