Unter einer Spitzenleistung geht gar nichts
Premiere: Kathrin Rögglas "Wir schlafen nicht".

Foto © Sebastian Philipp
Klar besitzen sie Namen, doch die spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Figuren in "Wir schlafen nicht" lösen sich in ihren Berufen auf: die Key Account Managerin, die Praktikantin, die Onlineredakteurin, der Nicht-IT-Supporter, der Senior Associate, der Partner. Sie leben nicht. Sie schlafen nicht. Sie arbeiten. Denn: "Spitzenleistungen sind das übliche".
Als Buch ist Kathrin Rögglas Protokoll von Gesprächen mit Menschen, die mehr als nur aufgehen in ihrer Arbeit, eine spannende, aber spröde soziologische Studie. Die in der Theaterfassung der Wiener Gruppe Faimme (Regie/Raum: Tanja Witzmann) aber unterhaltsam daherkommt: Wenn etwa der Senior Associate über heimliche Nickerchen im Nebenbüro plaudert oder die Onlineredakteurin viel Alkoholkonsum gesteht: "Ja, Sekt. Ekelhaft. Sekt."
Ausgestattet nur mit einem - großartig eingesetzten - Laufband, Tisch und Lampe (mit Kamera statt Glühbirne), lässt das Bühnenbild viel Raum für den Text. Viel Text, denn die in indirekter Rede montierten Zitate verlangen den Darstellerinnen (dazu in Mann-Frau-Doppelrollen: Suse Lichtenberger, Gina Mattiello, Sissi Noé) einiges ab. Zwischen Belächeln und Bedauern der angeblich nicht überarbeiteten Über-Arbeiter bleibt: ein beeindruckender, nachhaltiger Einblick in eine befremdliche Arbeitswelt. Höchstens den schwäbischen Dialekt des "Partners" hätte es nicht gebraucht.















