Donau-Fokus bei "Literatur im Herbst"
23 Autoren aus zehn Ländern bestreiten von Freitag bis Sonntag in Wien die diesjährige Ausgabe von "Literatur im Herbst" unter dem Motto "Literatur im Fluss". Bereits am Nationalfeiertag können Interessierte auf dem Donaudampfer "MS Stadt Wien" in den Genuss eines kurzweiligen Programms kommen, findet die Veranstaltung heuer doch im Rahmen des internationalen Projekts "Literature in Flux" statt.
Mit dem Schiff als "schwimmendem Literaturhaus" wurde in den vergangenen Wochen in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien, Ungarn und der Slowakei haltgemacht, um "neue Verbindungen zwischen kulturellen Akteuren in der Donauregion und dem westlichen Balkan" zu schaffen, wie es im Programm heißt.
In Wien vor Anker läuft das Schiff am Mittwochabend: Um 19 Uhr stehen dann Lesungen von Dana Grigorcea und dem Österreicher Erwin Riess an, bevor die Tschuschenkapelle zum Konzert lädt. Am Donnerstag gibt es dann das zweite Vorspiel zum Hauptprogramm im Odeon Theater, wenn die Alte Schmiede zu einer theatralischen Lesung lädt: In "What is Yugoslavia?" widmet sich der Autor Laszlo Vegel seinem Heimatland, das er in einem Englischkurs beschreiben muss. Darsteller Karl Hoess fällt die Aufgabe zu, sich in dem von Lucas Cejpek inszenierten Abend (mit Projektionen von Thomas Reinagl) durch ein Sprachenwirrwarr zu kämpfen und anhand eines historischen Bildbands Jugoslawien zu beschreiben. Ein Abend, der auch zum Thema der letztjährigen Ausgabe - "Jugoslavija revisited" - gut gepasst hätte.
Die offizielle Schiene von "Literatur im Herbst" wird am Freitag von Walter Famler, dem Generalsekretär der Alten Schmiede, und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny eröffnet. Der ungarische Kulturwissenschafter Laszlo Földenyi bestreit mit "Welche Farbe hat die Donau?" den Auftaktvortrag, gefolgt von einer Doppellesung mit Christoph Ransmayr und Ilija Trojanow. Weitere Autoren, die aus ihrem Oeuvre lesen werden, sind u.a. Peter Zimmermann ("Last Exit Odessa"), Sreten Ugricic ("An den unbekannten Helden"), Richard Wagner ("Belüge mich"), Michail Schischkin ("Venushaar") oder Michael Martens ("Heldensuche"). Musikalische Improvisationen steuert am Samstag Akkordeonist Andrej Serkow bei.
Während die Lesungen im Odeon Theater über die Bühne gehen, finden die traditionellen "Werkstattgespräche" in der Alten Schmiede statt. Am Samstag steht "Österreich - ungarische (Alp)Träume 1848, 1918, 1956, 1989" am Programm, am Abschlusstag der Veranstaltungsreihe widmet sich der österreichische Architekt und Schriftsteller Friedrich Achleitner seinem serbischen Kollegen Bogdan Bogdanovic.













