Internet bringt neues Museumspublikum
Durch das Internet entsteht nach Ansicht des Direktors der Londoner Tate Modern, Chris Dercon, ein völlig neues Museumspublikum. "Es ist eine Form von Öffentlichkeit, für die wir die Gesetze und die Regeln neu schreiben müssen", sagte Dercon (53) im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.
"Das Museum als autoritäre Stimme im Sinne von "ich bin der Kurator", "ich bin der Künstler, das Genie" und "ich weiß es alles besser", und der Kritiker, der dann sagt, "das ist gut oder schlecht" - das ist vorbei." Wie dieses Publikum funktioniere, müssten die Museen erst noch herausfinden.
Die Tate Modern zählt zu den weltweit führenden Museen für zeitgenössische und moderne Kunst. Im März 2012 startet dort ein nach Museumsangaben bisher einzigartiges Projekt, bei dem Ausstellungen und Performances ausschließlich über eine Live-Übertragung im Internet angesehen werden können. Ein "reales" Publikum vor Ort soll es dabei nicht mehr geben. "Ich kenne diese Leute nicht, die vor Facebook oder Twitter sitzen. Interessant ist, dass sie in ihrer eigenen Zeit und auf ihre eigene Art und Weise mit uns umgehen können. Und das ist ganz neu."
Dercon leitete rund acht Jahre lang das Münchner Haus der Kunst und gab ihm ein neues Profil. Im April 2011 trat er den Posten des Direktors der Tate Modern in London an.















