Wertloses, das zu Geschichten wird
Edith Payer in der Klagenfurter Galerie haaaauch.

Foto © Willi RainerEdith Payer mit Reh in der Galerie haaaauch
KLAGENFURT. Als der Archivdirektor der k. k. Hofkammer, Franz Grillparzer, die "Sammlung "als Götterbraut" und "Mutter alles Großen" bezeichnete, wird er wohl auch aus professionellen Gründen gewusst haben, womit er vergleicht. Im vierten und letzten Kapitel von Heiderose Hildebrands Projekt "archivarisch/verschichtet" spürt nun die aus Wolfsberg stammende Edith Payer dem Wesen dieser "Mutter alles Großen" mit sehr kleinen "Archivalien" nach. Es sind samt und sonders wertlose, entsorgte und wiedergefundene Stücke. Aufbereitet in verglasten Schaukästen, wie sie Entomologen (Insektenkundler) verwenden, wirken sie wie wichtige und wertvolle Exponate aus einem Museum.
Da finden sich abgebrochene Spielzeugteile neben kaputten Lämpchen, vertrockneten Libellen, Zahnspangen, Löffelchen und allem, was es halt so nahezu überall gibt. Alles fein säuberlich verortet und logisch geordnet. Nach Farben. Dass die Sammelstücke durch die Logik der Systematisierung in Verhältnisse gesetzt werden, die mit ihrer ursprünglichen Funktion und ihrem Gehalt nichts zu tun haben, erzeugt eine eigene ästhetische Poesie. Edith Payer gelingt damit eine anregende Rauminszenierung, die unglaublich viele Geschichten freigibt. Daneben setzt sie ihre Serie von Porträts fort, diesmal mit übernähten Gesichtern auf T-Shirts und Collagen von Comicfiguren, bei denen ein aufmerksames Reh Wache hält.
Features
Edith Payer
Kunstraum haaaauch. Klagenfurt. Wulfengasse. Tel.: (0463) 38 22 37. Geöffnet am Freitag von 11 bis 20 Uhr.















