Tranströmer lief intern unter Codenamen "Stina"

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Der diesjährige Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer ist vor der Bekanntgabe in der internen Kommunikation der Schwedischen Akademie unter dem Kodenamen "Stina" gelaufen. Das verriet Jury-Chef Peter Englund gegenüber der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter". Der Name geht auf eine Änderung der Auswahl des Decknamens zurück.
Bereits in seinem Blog hatte Englund enthüllt, dass die Schwedische Akademie in ihrem internen Jargon aus Sicherheitsgründen für die intern bereits gekürten, aber noch nicht bekanntgegebenen Träger des Literaturnobelpreises stets Decknamen verwendeten. Diese seien jedoch häufig zu offensichtlich gewesen.
Man habe ebenso leicht hinter "Harry Potter" Harold Pinter vermuten können wie Doris Lessing hinter "Kleine Dorrit". Auch bei "Chateaubriand" dürfte es nicht allzu viel Fantasie gebraucht haben, um darin ein Alias für Jean-Marie Gustave le Clezio zu erraten.
Daher habe man nun die Taktik bei der Wahl des Decknamens gewechselt: Ein Jurymitglied nimmt ein beliebiges Werk des jeweiligen Preisträger zur Hand und schlägt dies an einer zufällig gewählten Stelle auf. Der erste darin auftauchende Name sei dann zugleich der Deckname für den Preisträger, so Englund.
In welchem Buch Tranströmer eine "Stina" besingt, wisse er aber nicht mehr. Englund deutete an, dass er selbst die Idee für das zufallsorientierte System zur Bestimmung des Codenamens hatte: Er war früher Mitarbeiter bei der schwedischen Spionageabwehr FRA.
Trotz des vermeintlich sicheren Decknamens gibt es Hinweise, dass die Jury-Entscheidung der Akademie zum wiederholten Mal durchgesickert sein könnte. Wettbüros verzeichneten in den letzten Stunden vor der Verkündung des Literaturnobelpreisträgers einen auffallenden Verfall der Quoten. Sowohl die Stockholmer Justiz als auch die Akademie kündigten an, der Sache auf den Grund gehen zu wollen.















