Ein später Vertreter der Barockmalerei
Guido Katol in der Galerie ikoronja.
ROSEGG. Unterschiedlichen Traditionslinien der großen Porträtisten spürt der Villacher Guido Kattol nach. Seine recht zügig gearbeiteten Menschen- und Tierdarstellungen sind meist mehrfach angelegt. Erste Fassungen eines Bildes nimmt er nahezu immer zurück. Er bearbeitet seine Leinwand wie ein Palimpsest, ein mittelalterliches Manuskript, das nach Abkratzen oder Abwaschen der Schrift, neuerlich verwendet wurde. Katol arbeitet die Reste der Farben aus abgeschabten Flächen in Neues ein. Lässt sie an manchen Stellen sogar stehen und reagiert darauf beim folgenden Bildaufbau oder legt mehrere Schichten übereinander. Alles gemäß klassischer Kompositionsprinzipien abgestimmt.
Auch in Zeichnungen bleibt der schnelle Entwurf, der korrigierte Strich stehen und erzeugt so Lebendigkeit und Spannung. Inhaltlich gilt Katols Interesse emotionalen Befindlichkeiten und der Form ihres Ausdruckes in Köperhaltung und Gesichtsausdruck. Besonders imponierend bei Kinderbildern. Lebendige Gesichter mit Blicken, die am Betrachter vorbei gehen, den Fokus auf etwas Fragwürdiges, wiewohl nicht Erstaunliches richten. Leicht grüblerisch in eine unbekannte Ferne gerichtet und konträr zu den Tieraugen, die einen direkt fixieren. So und mit seinem expressionistischen Malduktus erweist sich der 49-Jährige als ein später Erbe des Barock. WILLI RAINER
Guido Katol. Galerie Sikoronja. Rosegg. Galerieweg 5; Fr - So 15 -18 Uhr. Tel. (04274) 4422. Bis 6. November














