"Bücher sind keine Bananen"
In Zeiten der nahenden Buchmesse lohnt es sich, sich Gedanken zum Medium "Buch" zu machen. Wird nicht nahezu alles digitalisiert, preisen nicht E-Book-Hersteller ihr Produkt als zukunftsweisend an? Das hat man sich 2009 an der Klagenfurter Universität im Rahmen des Symposiums "Neues vom Buch" gefragt. Doch schon vergangene Medienumbrüche hat das Buch als haptisch zu fassender Gegenstand gut bewältigt. Das ist das Ergebnis des von Doris Moser, Arno Russegger und Constanze Drumm nun herausgegebenen Bandes.
Erst in den letzten Jahrzehnten hat man das Lesen literaturwissenschaftlich, betriebswirtschaftlich und soziologisch als lohnendes Thema entdeckt. "Bücher sind keine Bananen", stellt Stefan Neuhaus von der Universität Innsbruck plakativ in seinem Kapitel zur "Literaturvermittlung" fest. Noch mehr als früher benötigen Bücher heute Veranstaltungen wie die "Tage der deutschsprachigen Literatur". Für deren Organisation war Doris Moser lange Jahre verantwortlich. Sie hat auch in ihrer Dissertation den wirtschaftlichen Aspekt des Wettbewerbs, den sich in Verkaufszahlen widerspiegelnden Nachhall durch die große Medienpräsenz beforscht.
Legale und illegale Internet-Recherchen behandelt Murray G. Hall in "Legal, egal, digital". Stark wirken die sozialen Netzwerke auf heutige Buchmärkte, formieren sich Leser-Gruppen wie unter www.krimicouch.de. Der Band deckt bis hin zu Autorenrechten praktisch alle wichtigen Fragen zu den Themen Buch/Buchproduktion/Buchrezeption ab und liest sich dank straffer Gliederung und Illustrationen kurzweilig. Wie man es sich als Leser nur wünschen kann. BARBARA EINHAUER















