Kolumne: "Wie geht's dem lieben Saif?"
"Bin wieder da", sagt Jörg Haider und erscheint drei Jahre nach seinem Tod einem Parteifreund und Lebensmenschen. Für Egyd Gstättners Kolumne ist Jörg Haider wieder auferstanden.

Foto © EggenbergerWas würde wohl Jörg Haider sagen, wenn er dieser Tage zu seinen Freunden wiederkehrte?
Geübte Mythologen wissen, dass es manchen Menschen, die so früh und plötzlich gestorben sind, dass sie keine Gelegenheit hatten, ihr Leben und Lebenswerk in Ruhe abzuschließen und Bilanz zu ziehen, von oberster Stelle gestattet ist, so alle drei Jahre um ihren Todestag herum kurz einmal aus dem Jenseits zurückzukehren und nachzusehen, was aus ihrem Erbe geworden ist.
Jörg Haider trifft sich also mit seinem Lebensmenschen, strahlt übers ganze Gesicht und ruft grinsend: "Bin wieder da!" Weil sein Auto noch immer unrepariert in irgendeiner geheimen Werkstätte steht, bittet er den Exlebensmenschen, ihn schnell in die nächste Bauerndisco zu chauffieren, aber der winkt schweren Herzens ab: "Tut mir leid, mir haben sie den Führerschein abgenommen . . ."
JH: Aber geh! Weißt du nicht mehr, wie wir solche Kinkerlitzchen geregelt haben früher?
P: Ja früher, Jörg, zu deiner Zeit.
JH: Mein Kopf brummt! Wir hatten doch noch einen Termin . . .; was war das bloß? Ahja, der Auer v. Welsbach. Man kann doch einen Kärntner Unternehmer nicht hängen lassen . . .
P: Das hat sich erledigt, Jörgi! Der sitzt im Knast. Acht Jahre.
JH: Na so was. Naja. Wer nicht will, der hat schon. Reden wir über was Erfreuliches: Ist Austria Kärnten Meister? Gegen wen spielen wir in der Champions League?
P: Äh, Austria was?
JH: Na, eines meiner schönsten Gaunerstücke! Und alle haben mitgespielt. Alle Verantwortlichen im ganzen Land! Der Klub, den ich aus Oberösterreich herausgekauft und unter falschem Namen unqualifiziert in die Bundesliga hineingeschoben habe . . .
P: Also Austria Kärnten existiert nicht mehr. Aber der Klub hat einen Platz im Guinnessbuch der Rekorde als der am kürzesten existierende Traditionsverein der Welt: nie aufgestiegen, in drei Jahren völlig abgewirtschaftet, Abstieg, Bankrott, Liquidierung; man munkelt von 30 Millionen Euro Schulden . . .
JH: Na und? Da ruft man halt bei der Hypo an.
P: Hypo ist derzeit vielleicht kein Thema, das bei den Menschen gar so gut ankommt, Jörgi. Nach Desaster und Notverkauf ermittelt jetzt eine SOKO . . .
Dein Bankrottpräsident Canori ist übrigens jederzeit wieder bereit, irgendwo Verantwortung zu übernehmen, wenn er dabei öffentliche Gelder abräumen kann. Natürlich auch in der Partei . . .
JH: Im BZÖ?
P: Nein, er hat die Seiten gewechselt, weil er bei der Machtverteilung durch die Finger geschaut hat. Ein Fahnenflüchtiger!
JH: Wer das BZÖ verlässt, geht eben unter . . .
P: Naja, aber das BZÖ ist selbst nur noch eine Splittergruppe. Die Wiener Kabarettisten sagen Zündholzkopf zu mir! Man klagt und klagt und verliert und verliert. Es ist so gemein.
JH: Eine Frechheit. Diese Jagdgesellschaft! Funktioniert wenigstens die alte Achse nach Libyen noch? Wie geht's dem lieben Saif?
P: Libyen ist leider auch kein so gutes Thema. Bürgerkrieg, Revolution, Chaos . . .; der Clan ist auf der Flucht, gegen Saif besteht ein internationaler Haftbefehl. Man wird ihn ausliefern . . .
JH: Pffft! Und bei uns? SchwarzBlau nehme ich an. Der Pröll Pepi Kanzler, nehme ich an. Jedenfalls nicht der rote Donald Duck. Und wer ist eigentlich Landeshauptmann?
P: Der Dörfler. Aber so wie der redet und Politik macht, wird er wahrscheinlich demnächst die SPÖ übernehmen. Stell dir vor, Jörgi: Was keinem Roten gelungen ist, hat er geschafft: den Ortstafelkonflikt zu beenden. Allerdings steht jetzt auch bei dir zu Hause eine zweisprachige Ortstafel, Jörg!
JH: Die muss sofort wieder ausgegraben und umgetopft werden!
P: Der Scheuch hat die FPK aus dem BZÖ heraus gebrochen und ist Parteichef, allerdings gerade in erster Instanz zu 18 Monaten Gefängnishaft verurteilt worden, sechs davon unbedingt. WIR PASSEN AUF DEIN KÄRNTEN AUF, hat er plakatieren lassen. WIR PASSEN AUF UNSERE PFRÜNDE AUF, hat das geheißen. Die linken Denkfabriken nennen den Landeshauptmannstellvertreter jetzt korrupt - und zitieren bloß den Richter. Dabei wollte der Herrenbauer eigentlich nur Parteischmiergeld im Gegenzug für eine Staatsbürgerschaft . . ."
JH: Das ist ja lächerlich! Das habe ich doch jeden T. . ."
P: "Pssst, Jörg! Sag nix! Die eigenen Leute schneiden uns mit und hören uns ab und liefern uns aus . . ."
JH: Jetzt reicht's mir aber. Hier ist ja alles total kaputt nach nicht einmal drei Jahren. Pfiat euch Gott, liabe Almochsen! Bin schon weg!















