Udo wollte selbst gar nicht mitspielen
Udo Jürgens will mit seiner Familiensaga vor allem die Biografien seines Großvaters und Vaters "dem Vergessen entreißen".

Foto © APA/ ORFRahmenhandlung: Udo Jürgens besucht Kasajev (Otto Tausig) in Moskau. Er bewahrte für ihn die Bronzefigur auf ORF
Die Geschichte meiner Familie hat mein Weltbild entscheidend mitbestimmt", schreibt Udo Jürgens im Vorwort seines Romans "Der Mann mit dem Fagott", für den er in russischen Archiven forschte. Entschloss sich doch sein Großvater Heinrich, nach Moskau auszuwandern, als er 1891 auf dem Bremer Weihnachtsmarkt eine russische Weise hörte, die ein Mann auf dem Fagott spielte. Heute steht in Udos Haus in Zürich eine Bronzefigur dieses Mannes, ein Geschenk seiner Großmutter an Heinrich.
"Ich wollte die Biografien meiner Vorfahren vor dem Versinken in der Zeit bewahren", sagt Jürgens. Zwei renommierte Drehbuchschreiber waren bereits gescheitert, das 700 Seiten starke Werk fürs Fernsehen zu adaptieren, als Regisseur Miguel Alexandre ins Spiel kam. "Ich fand es spannend, eine Geschichte als Spiegelbild des 20. Jahrhunderts erzählen zu können - anhand dieser Familiengeschichte, hinter der auch noch Udo Jürgens steckt", erzählt er, musste aber viele Figuren weglassen, "die einen eigenen Film wert wären".
Das Motto des Großvaters zieht sich durch: Es gibt Situationen im Leben, da geht man geradeaus und macht keine Umwege - egal, was die anderen denken! "Udo ging es darum, die Erinnerung dem Vergessen zu entreißen. Wir mussten ihn geradezu überreden, seine eigene Geschichte in den Film mit hineinzunehmen", erklärt Alexandre. So tritt nun Udo selbst in einer Rahmenhandlung auf: Er holt die Bronzestatue bei einem ehemaligen Bediensteten der Familie in Moskau ab. Der Kreis schließt sich.
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