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    Zuletzt aktualisiert: 22.09.2011 um 20:28 UhrKommentare

    Ambros-Biografie: Die Ruhe nach dem Sturm

    Im Interview Watschn für Frau & Freund, im Buch alles halb so arg. Die Biographie von Wolfgang Ambros ist da. Brauchen wir sie?

    Foto © APA

    Der Herr Ambros, von Freunden, soferne er noch welche hat, "Wolferl" genannt, würde es wohl so formulieren: "Zuerst groß maulen und dann nix in der Hose haben!"

    Der aus marketingtechnischer Sicht geniale Schachzug, wenige Tage vor Veröffentlichung seiner Biographie in einem Radiointerview Noch-Frau Margit und Ex-Freund Reinhard (Fendrich) leicht lallend zur Sau zu machen, hat mehr Rascheln im Blätterwald verursacht, als die letzten musikalischen (Minder-)Leistungen des derben Austro-Barden. Donnerstagbend wurde in Wien das Buch zum Skandal nachgereicht. Und siehe da: All jene, die sich eine Fortsetzung der ungustiösen Verbalattacken erhofft haben, werden bitter enttäuscht sein. Keine Schmutzwäsche wird gewaschen, kein Schnee von gestern rieselt. Im Mittelpunkt des Geschehens und der Welt steht nämlich nur eine Person: Und die heißt Wolfgang Ambros.

    Die Lebensgeschichte

    "Ich habe mein Leben lang mit dem Feuer gespielt". So beginnt sie, die Ambros'sche Lebensgeschichte, die der 59-Jährige den beiden Wiener Journalisten Andrea Fehringer und Thomas Köpf aufs Tonband diktiert hat. Wir erfahren: dass Klein-Wolferls erste Gitarre rot war und seine erste große Liebe Evi hieß. Dass er als Jugendlicher oft im Hawelka saß. Dass immer gefeiert wurde: "Partytime, hollodaro". Dass er "Platten verkauft und Frauen gevögelt" hat. Dass er 1971 zum Prokopetz-Text den "Hofa" vertont und damit seine Karriere gestartet hat. Dass er viel gekifft und mit Ike Turner das erste Mal gekokst hat. Dass er nichts ausgelassen hat im Leben aber nichts davon bereut. Dass...

    Das alles ist eh lieb und passagenweise sogar berührend. Etwa dann, wenn Ambros erzählt, wie er in Griechenland einen behinderten Kernphysiker auf eine Bootstour mitnimmt und dieser dann bei einem Unfall getötet wird. Oder wenn der große Grantler erzählt, wie klein und anfangs hilflos ihn seine Krebserkrankung gemacht hat. In diesen Momenten klingt Wolfgang Ambros wie seine wohlgeratenen Songs: direkt, erdig, ehrlich.

    Das Problem aber ist, dass das Buch über weite Strecken so klingt, wie das aktuelle Schaffen des einstigen Dialektsong-Großmeisters: eindimensional, egomanisch, flachbrüstig, peinlich, belanglos.

    In diesem Sinne bleibt sich "der Wolferl" treu. Das mag er ja so sehr an sich selbst.

    BERND MELICHAR

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