Eine Realsatire zu Kärnten
Durch Kärnten durch und aus Kärnten raus: Am Donnerstag wird das Gasthaus "Zur Goldenen Unschuld" Schauplatz eines Landesdramas.

Foto ©
Josef Winkler und Werner Kofler, Peter Turrini und Silke Hassler, Antonio Fian und Ute Liepold, Florjan Lipu und Lydia Mischkulnig: Es liest sich wie ein kleines Who is Who der Kärntner Literatur. Was die Autoren gemeinsam haben? Sie alle haben einen Text für eine Realsatire beigesteuert, die am Donnerstag in der neuenbuehnevillach uraufgeführt wird. "Zur Goldenen Unschuld" heißt das von Jan Erik Rippmann zur Satire über das "Landesdrama"montierte Stück, mit dem er einen Versuch unternimmt, die Skandale des Landes Kärnten zu fassen.
Jagdgesellschaft
Dafür haben ihm die Autoren ihre Texte anvertraut: "Sie alle wissen noch gar nicht genau, was ich eigentlich daraus gemacht habe", erzählt der 42-jährige Regisseur, Autor und Schauspieler und gewährt einen ersten Einblick: Rippmann hat die Texte in eine Rahmenhandlung gefasst, die von einem Wirtshaus erzählt, in dem sich eine Jagdgesellschaft trifft. Das Ziel: ein Bär. Nur der will nicht auftauchen. Stattdessen schauen die Gäste in die Abgründe ihres Landes - und hier kommen die Texte der Autoren ins Spiel. Vom möglichst schnellen "Durch Kärnten durch" ist da etwa bei Peter Turrini die Rede, der vorrechnet, dass eine Durchquerung des Landes per Fuß durchschnittlich rund 22 Stunden dauert. "Aus Kärnten raus" will dagegen Silke Hassler mit ihrem Monolog. Antonio Fian berichtet in seinem "schönsten Ferienerlebnis" vom Besuch des Jörg-Haider-Museums, Ute Liepold sinniert über die "Witwe". Aber auch Leserbriefe, Tagebucheinträge (von Tilo Berlin) oder der kärntenweit verschickte Brief, in dem Uwe Scheuch seine Unschuld beteuerte, werden ins Stück montiert.
Rippmann will damit der großen Aufgabe nachkommen, dass "Kunst immer ein Regulativ sein muss zum Bestehenden." Dem Vorwurf, der ihm schon im Vorfeld gemacht wurde, dass er als Schweizer mit holländischen Wurzeln die Kärntner Geschichte eigentlich nicht kommentieren könne, sieht er gelassen: "Ich lebe seit mehr als zehn Jahren in Villach. Und außerdem bringe ich einen anderen Blick, eine andere Perspektive mit."
Beides bringt er auch alle zwei Jahre ins Theaterfestival Spectrum ein, das er gemeinsam mit Katrin Ackerl-Konstantin leitet. Das nächste Projekt führt ihn allerdings auf eine Wiener Bühne: Ab Jänner ist er neben Mercedes Echerer in der Uraufführung von Joshua Sobols Stück "Verklärte Nacht" im stadtTheater walfischgasse zu sehen.
Features
Zur Uraufführung
"Zur Goldenen Unschuld". Realsatire zum Landesdrama von Erik Jan Rippmann mit aktuellen Texten von Friedrich Achleitner, Antonio Fian, Silke Hassler, Werner Kofler, Ute Liepold, Florjan Lipu, Lydia Mischkulnig, Peter Turrini, Josef Winkler.
Uraufführung 22. Sept., 20 Uhr, neuebuehnevillach. Termine bis 22. Okt. Karten: Tel. (042 42) 27 341
www.neubuehnevillach.at













