Einfallsreiche Regie
Volksopern-Saisonauftakt mit "Wiener Blut".
WIEN. Eine einfallsreiche Inszenierung der Operette "Wiener Blut" von Johann Strauß hat Thomas Enzinger für den Saisonauftakt an der Wiener Volksoper geschaffen. Textlich hat er das Stück, das Adolf Müller aus Ohrwürmern des Meisters zusammengestellt hat, behutsam neu eingerichtet und mit geistreichen Anspielungen aus der Literatur und dem modernen Alltag versehen.
Stumme Figuren reichern die Szene pantomimisch an: Johann Strauß selbst, vergoldet und dem Trunke zugetan, Sigmund Freud mit Notiz- und Hans Makart mit Skizzenbuch. Wuchtelschieber Nr. 1 ist der Ringelspielbesitzer Kagler, und in dieser Rolle brilliert TV-Polizist Wolfgang Böck. Nur das Couplet, mit dem er eine Umbaupause überbrückt, ist mit seinem tagespolitischen Gstanzln rund um Grasser & Co. bestenfalls halblustig.
Fulminant der belgische Tenor Thomas Blondelle als Graf Zedlau, der eine Ehefrau und zwei Geliebte unter einen Hut bringen muss. Ebenfalls fulminant Boris Eder als sein Kammerdiener Josef. Etwas blasser Carlo Hartmann als Fürst Ypsheim, der Zedlaus Gattin Gabriele für dessen Geliebte hält, ferner die drei Damen: Kristiane Kaiser als Gabriele, die Grazer Sopranistin Sieglinde Feldhofer als Tänzerin Franziska Cagliari und Renée Schüttengruber als Probiermamsell Pepi. Am Dirigentenpult der bewährte Alfred Eschwé. HARALD STEINER
"Wiener Blut" von Johann Strauß an der Wiener Volksoper: 13., 16., 20., 25. (16.30 Uhr) und 30. September, 19 Uhr. Karten: Tel. (01) 513 1 513.















