Beziehung Wald/Baum/Mensch im Völkerkundemuseum
Projektionsfläche für Ängste und Wünsche, Grundlage vieler Alltagsgegenstände, Rückzugsort oder Ziel industrieller Nutzung: Der Wald dient dem Menschen in vielerlei Hinsicht. Welche Bedeutung das Verhältnis "Wald / Baum / Mensch" im Verlaufe der vergangenen Jahrhunderte eingenommen hat, zeigt nun die gleichnamige Ausstellung im Wiener Museum für Völkerkunde.
Rund 800 Objekte, die bis 28. Mai 2012 zu sehen sind, belegen das "komplexe und zugleich widersprüchliche Beziehungsgeflecht", wie Kurator Steinmann erklärte. Analog zu dieser vielfältigen inhaltlichen Ausrichtung präsentieren sich auch die Exponate entsprechend breitgefächert: Von den eingangs den Besucher begrüßenden Mbis-Pfählen aus Westpapua, die mit kunstvollen Schnitzereien verziert den ersten Raum gänzlich beherrschen, bis zu aktuellen popkulturellen Zitaten wie den Filmen "Avatar" und "Prinzessin Mononoke", die Waldzerstörung thematisieren, reicht die Bandbreite. Dazwischen finden sich in sieben Räumen etwa 150 Themenkomplexe, die lose miteinander verbunden die ganze Welt abdecken.
Anlass für die umfangreiche Schau, die sich großteils aus den Beständen des KHM zusammensetzt und mit Leihgaben weiterer Wiener Institutionen ergänzt wurde, ist u.a. das von den Vereinten Nationen für 2011 ausgerufene "Internationale Jahr des Waldes". So gibt es auch Kooperationen mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Verein "Land & Forst Projekte Österreich".
Im Rahmen des "Open House" in der Neuen Burg am kommenden Sonntag kann das Museum für Völkerkunde bei freiem Eintritt besichtigt werden. Ein begleitender Katalog zur Ausstellung wurde konsequenterweise auf recyceltem Papier gedruckt.















